Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Gesamttagung und Hauptversammlungbei der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG 18.04.2015

V2-Pacynski                                                                      Rheinberg, den  24.04.2015

  1. Gesamttagung und Hauptversammlung

    bei der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG

     

    18.04.2015

     

Teilnehmer:  54 Kollegen

          

Gesamttagung

 

   Zur diesjährigen Gesamttagung mit Hauptversammlung fanden 54 Mitglieder der FVMöV den Weg zur Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. Eine Menge Informationen über den einladenden Verkehrsbetrieb erwartete alle Teilnehmer. Als wichtigster Punkt der Hauptversammlung musste der Vorstand neu gewählt werden.

   Nach der Eröffnung der Gesamttagung durch Werner Strauch begrüßte das Vorstandsmitglied der BOGESTRA Herr Gisbert Schlotzhauer die Tagungsteilnehmer bei der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und wünschte ihnen einen informativen und interessanten Tagungsverlauf.

 

BOGESTRA ein Verkehrsunternehmen im mittleren Ruhrgebiet

 

   In seinen Ausführungen berichtete Herr Schlotzhauer den Meisterkollegen über die BOGESTRA als ein Nahverkehrsbetrieb im mittleren Ruhrgebiet, dass sich genau wie andere Verkehrsunternehmen den aktuellen Rahmenbedingungen zu stellen hat. Durch die unsichere Infrastrukturfinanzierung bzw. Fahrzeugförderung wird es auch für die BOGESTRA immer schwieriger Baumaßnahmen bzw. Fahrzeugbeschaffungen zu finanzieren. Trotzdem kann die BOGESTRA mit stolz verkünden, dass zwei Bauprojekte, Linie 301 und 310 in Bochum realisiert werden können. Darüber hinaus werden in den nächsten Jahren 42 Meterspur- und 6 Stadtbahnfahrzeuge angeschafft.  

   Aktuell umfasst das Liniennetz 66 Buslinien, 9 Straßenbahn- bzw. Stadtbahnlinien. Diese bedienen ein Liniennetz von rund 1.130 km. Davon sind rund 1.000 km Buslinien und 130 km Straßenbahn- bzw. Stadtbahnlinien. Hierbei fahren sie rund 1.320 Bus- und Straßenbahnhaltestellen sowie 30 Stadtbahnhaltestellen an. Sie hatte 2013 2.279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon waren 99 Auszubildende, deren Anzahl damit in den letzten Jahren stetig gesteigert werden konnte. Mit diesen beförderte sie in dem Jahr 2013 145,4 Millionen Fahrgäste und legte dabei 25,32 Mio. Bus- bzw. Straßenbahnkilometer zurück. Die BOGESTRA verfügt über Betriebsgebäude, Werkstätten und Verwaltungsgebäude an den verschiedensten Standorten in Bochum, Gelsenkirchen und Witten.

   Um den Sachverstand einzelner Verkehrunternehmen zu bündeln und daraus Vorteile für alle zu ziehen hat sich die BOGESTRA mit den Verkehrsunternehmen DSW21 (Dortmund), HCR (Herne) und Vestische (Herten) zur KÖR (Kooperation östliches Ruhrgebiet) zusammengeschlossen. In der Zeit ihres Bestsehens haben die Kooperationspartner ihre gute Zusammenarbeit in vielen Bereichen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gemeinsamer Buseinkauf oder gemeinsame Werkstattleistungen sind nur zwei Beispiele für den breitgefächerten Nutzen in vielen Bereichen von der Kostenersparnis bis zur gemeinsamen Problemlösung.

 

Straßenbahnbetriebshof Engelsburg

    

   Im Anschluss an diesen Vortrag hatten die anwesenden Meisterkollegen die Gelegenheit den Straßenbahnbetriebshof Engelsburg zu besichtigen.

   Im Zuge eines umfangreichen Werkstadtkonzeptes wurde  u. a. auch der Straßenbahnbetriebshof Engelsburg, im Jahre 2005 eröffnet. Hierdurch wurde genügend Platz geschaffen für die neuen, rund 30 m langen, Niederflur-Triebwagen. Der gesamte Betriebshof wurde nach energiesparenden Baumethoden gebaut. Auffallend ist, dass für die natürliche Belichtung der Gebäude, zahlreiche Stahl-Glas-Konstruktionen errichtet wurden. Insgesamt wurden für 69 Mio. € Gebäude mit einer Gesamtfläche von 25.550 m“ und einem Rauminhalt von insgesamt 193.300 m³ errichtet.

   Das Betriebsgebäude beherbergt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fahrdienstes. Es verfügt über Aufenthalts-, Sozial- und Veranstaltungsräume sowie über Büroräume für die Mitarbeiter des Bereiches Betrieb und Verkehr. Im Werkstattgebäude sind alle Maschinen und Werkzeuge vorhanden damit die hier arbeitenden Fachleute alle Instandsetzungsarbeiten zentral und in räumlicher Nähe ausführen können, um die Bahnen der BOGESTRA als stets sichere und komfortable Verkehrsmittel zu erhalten. Im 1.Stock befindet sich die Ausbildungswerkstatt. Sie bietet neben den Werkzeugen für die Erprobung verschiedener Arbeitstechniken auch genügend Platz für theoretischen Unterricht. Alle turnus- und routinemäßig anfallenden Arbeiten werden im Wartungsgebäude durchgeführt.

   Das markanteste Gebäude des neuen Straßenbahnbetriebes ist jedoch die Abstellhalle. Sie bietet 55 modernen Niederflurstraßenbahnen Platz, was die Abmessungen von 220 m x 40 m erklärt. Von hier nehmen die Linienfahrzeuge ihren Betrieb auf. Sie werden dort nach ihrem Einsatz und der turnusmäßigen Wartung wieder bis zur nächsten Ausfahrt abgestellt. Im Bauhofgebäude befinden sich die Werkstätten, Sozialräume und Büros für die Teams der Weichenschmiede, der Gleisinstandhaltung und des Fahrleitungsbaues. Für die zahlreichen Sonderfahrzeuge wurden Garagen und Remisen errichtet. Bei der Ausgestaltung und Einrichtung der Arbeitsplätze in den Werkstätten und Büros wurde neben den Arbeitstechnischen Erfordernissen auch Wert auf eine freundliche Umgebung gelegt.

   Von Beginn an wurden bei den Planungen des Betriebes ökologische Grundsätze berücksichtigt, um umweltschonend und kostensparend den Energieeinsatz steuern zu können. So finden sich hier umweltfreundliche und ökologisch sinnvolle Anwendungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Energiezentrale als Herzstück des neuen Betriebsgeländes versorgt durch ein effizientes Blockheizkraftwerk alle Gebäude mit Wärme und Elektrizität. Eine tageslichtabhängige Licht Sensorik für die Ausleuchtung der Arbeitsplätze hilft Energie sparen, indem das Arbeitslicht abhängig vom Tageslicht automatisch ein- und ausgeschaltet wird. Um das Regenwasser optimal nutzen zu können, wird ein großer Teil der Niederschläge filtriert, in einer Zisterne gesammelt und für weiter Nutzung (Fahrzeugwaschtechnik, Schleifwagenbefüllung und Toiletten) einer Keimreduktion unterzogen. Zur Reinigung und Aufbereitung der in den Werkstattbereichen anfallenden Abwässer wird eine physikalisch-biologische Abwasserbehandlungsanlage eingesetzt. So ist man in der Lage die Abwasserströme so aufzubereiten, dass bis zu 85 % davon für die Reinigung der Fahrzeugkomponenten und Straßenbahnen wieder verwendet werden können. Eine umweltbewusste und energiesparende Dachbegrünung und eine zentrale Reststoffsammelstelle runden die ökologischen Grundsätze beim Neubau dieses Straßenbahnbetriebshofes ab.

   Im Anschluss an die Aufteilung in kleine Besichtigungsgruppen, konnten die Meisterkollegen einige Innovationen aus Ihrem Fachbereich begutachten. Der Umbau eines Bestandsfahrzeuges, Typ M6C, zu einem Schienenschleiffahrzeug konnte genauso besichtigt werden wie ein neues Fahrleitungs-Arbeitsfahrzeug oder die multifunktionale Werkstattinfrastruktur mit ihrer fachübergreifenden Nutzung. Auch eine Schienenkopfbenetzungsanlage  am Beispiel einer neuen Variobahn durften die Teilnehmer in Augenschein nehmen. Auch ein Fachvortrag über die Kraftstoffverbrauchsreduzierung mit Hilfe eines RIBAS-Systems und einer anschließenden Systempräsentation am Fahrzeug fand interessierte Zuhörer.

 

Hauptversammlung

          

   Mit der Eröffnung der Hauptversammlung durch Werner Strauch begann der zweite Teil der Veranstaltung. Zunächst bedankte sich Werner Strauch beim Vorstand und den Kollegen der BOGESTRA, für die Gastfreundlichkeit, für die interessanten Beiträge und Vorträge sowie für die geleistete Arbeit im Vorfeld dieser Gesamttagung.

Anschließend gaben Werner Strauch und Uwe Pacynski gaben den einen umfangreichen Überblick über die Fachtagungen im Jahr 2014 sowie die bereits durchgeführten Fachtagungen und noch anstehenden  Fachtagungen im Jahr 2015. Um zukünftig auch weiterhin auf die Wünsche und Anregungen aller Mitglieder bei der Gestaltung der Fachtagungen reagieren zu können, tritt der Vorstand auf den Sprechertagungen immer wieder an die Sprecher heran um diese an der Gestaltung des Jahresprogrammes zu beteiligen. Durch die Mitarbeit aller Mitglieder wird es dem Vorstand möglich sein auch zukünftig für alle Kollegen ein ausgewogenes und interessantes Jahresprogramm zu erarbeiten.

   Der 1.Kassierer Klaus-Peter Titze gab seinen Kassenbericht für das Jahr 2014 ab. Anhand einer übersichtlichen Bilanz stellte er die Einnahmen und die Ausgaben, für jeden nachvollziehbar, gegenüber. Die Kassenprüfer bescheinigten dem 1.Kassierer Klaus-Peter Titze eine ordnungsgemäße und ordentliche Kassenführung. Joachim Knuppertz beantragte, stellvertretend für den 1. Kassenprüfer, die Entlastung des 1.Kassierers. Die Entlastung des 1.Kassierers erfolgte einstimmig.

 

   Nachdem die Mitglieder über eine Satzungsänderung abgestimmt hatten, wurde Dieter Brodeßer von Werner Strauch gebeten, zur Entlastung des Vorstandes sowie zur Neuwahl des 1.Vorsitzenden, die Versammlungsleitung zu übernehmen. Nach einem kurzen Dank an den Vorstand für die geleistete Arbeit, beantragte er den Vorstand zu entlasten. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

   Anschließend veranlasste er die Neuwahl des 1.Vorsitzenden. Die Wahl der Vorstandsmitglieder, der Beisitzer sowie der Kassenprüfer brachte folgendes Ergebnis:

 

1.Vorsitzender                   Werner Strauch                      Essen

2.Vorsitzender                   Uwe Pacynski                        Duisburg

1.Kassierer                         Klaus-Peter Titze                   Dortmund

2.Kassierer                        Joachim Knuppertz                Düsseldorf

1.Schriftführer                   Harald Sonntag                      Wuppertal

2.Schriftführer                   Bernd Rosenbaum                 Köln

Beisitzer                             Klaus-Peter Benner               Mülheim

Beisitzer                             Klaus Buchheimer                  Darmstadt

Beisitzer                             Jürgen Engelhard                   Bonn

Beisitzer                             Manfred Fischer                     Essen

Beisitzer                             Alfred Malinowski                   Krefeld

Beisitzer                             Werner Marczak                    Herne

1. Kassenprüfer                 Michael Felsner                      Essen

2. Kassenprüfer                 Andreas Reifenscheidt          Düsseldorf

                  -

   Der Vorstand, die Beisitzer wie auch die Kassenprüfer wurden ohne Gegenstimme gewählt. Der neue 1. Vorsitzende Werner Strauch bedankte sich, auch im Namen seiner Vorstandskollegen, für das ausgesprochene Vertrauen und versicherte, die Vorstandsarbeit in gewohnter Weise, zum Wohl der Vereinigung, fortzuführen.

   Als erste Amtshandlung ehrten die beiden wiedergewählten Vorsitzenden die Kollegen Elmar Groppe, Hans Still, Otto Ostermann, Karl-Heinz Etzel und Helmut Becker für deren 25-jährige Mitgliedschaft  in der Vereinigung. Darüber hinaus wurde der ehemalige, langjährige 1. Vorsitzende der FVM, Dieter Brodeßer, zum Ehrenmitglied ernannt.

   Manfred Fischer bedankte sich bei den Kollegen für die zahlreichen Berichte aus den Betrieben für die Intern 2014. Die aktuelle Ausgabe ist wie im vergangenen Jahr wieder 134 Seiten stark. Mittlerweile hielt sogar die deutsche Nationalbibliothek die Informationsschrift „Intern“ für so informativ, dass hier zukünftig alle Ausgaben archiviert werden.

   Abschließend bedankte sich Werner Strauch nochmals bei allen Mitarbeitern der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG für die tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung und der Durchführung der Gesamttagung und der Hauptversammlung. Bei den Meisterkollegen bedankte er sich für die Teilnahme und wünschte allen eine unfallfreie Heimreise.

 

 

Uwe Pacynski, Rheinberg

 

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