Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

 

04. Gesamttagung bei der VGF VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main mbH

 

Datum:  Fr. 04.04.- Sa. 05.04.2014

 

Teilnehmer:  50

 

Gesamttagung für Strab-, Kfz- und Infrastrukturmeister  

 

Zur Gesamttagung des Jahres 2014 fanden 50 Mitglieder der FVMöV den Weg zur VGF VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main mbH, wo eine Menge Informationen über den einladenden Verkehrsbetrieb die Teilnehmer erwartete. Nach der Eröffnung der Gesamttagung durch Werner Strauch begrüßte Herr Hans-Jürgen Poths die Tagungsteilnehmer und wünschte ihnen einen informativen und interessanten Tagungsverlauf. Anschließend gab Herr Poths den Tagungsteilnehmern einen kurzen Überblick über die VGF.

 

Die VGF - Alle fahren mit

 

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH, kurz VGF, ist das Frankfurter Verkehrsunternehmen und der Verkehrsdienstleister der Stadt. Auf neun U-Bahn- und zehn Straßenbahn-Linien sorgen über 350 Schienenfahrzeuge für umfassende Mobilität. Die VGF ist verantwortlich für die rollende und ortsfeste Infrastruktur, für Sicherheit, Sauberkeit, Service und Kundendienst.

Die VGF verfügt darüber hinaus über mehr als 170 Busse, die an die eigene Wettbewerbstochter In der City-Bus GmbH (ICB) vermietet werden. Die ICB beteiligt sich am europäischen Wettbewerb um die Buslinien in Frankfurt und betreibt zurzeit rund 50% des Frankfurter Busverkehrs. 

Die VGF beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter, davon mehr als 700 Schienenbahnfahrer; die ICB bietet Arbeit für weitere 350 Busfahrer. Der "Verkehrskonzern VGF" gehört damit zu den größten Arbeitgebern in der Stadt und im Rhein-Main-Gebiet. Er trägt dafür Sorge, dass Frankfurt, seine mittlerweile mehr als 700.000 Einwohner und diejenigen, die tagsüber in der Stadt leben, arbeiten oder sie als Touristen besuchen, in Bewegung bleiben. Denn an Wochentagen verwandeln mehr als 350.000 Pendler Frankfurt in eine Millionen-Stadt und zum Glück nutzen nicht alle ihr Auto. Im Jahr 2012 zählte die VGF mehr als 160 Millionen Fahrgäste in ihren U- und Straßenbahnen. Der Busverkehr ist hier auf Grund der geschilderten Wettbewerbssituation nicht eingerechnet.

 

Reorganisation der Stadtbahnwerkstätten

 

Herr Andreas Weitemeyer von der Firma Interfleet Technology gab den Teilnehmern einen Überblick über die durch Interfleet begleitete Analyse und Reorganisation der Stadtbahnwerkstätten NT 41 der VGF. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Veränderungen in der Werkstattstruktur vorgenommen, um auch in Zukunft der steigenden Auslastung gerecht zu werden. Es wurden Maßnahmen getroffen, um besonders bei Hauptuntersuchungen noch leistungsstärker zu sein und bei hoher Qualität den Anforderungen gerecht zu werden.

Ein Schwerpunkt war die Standardisierung der Arbeitsplätze sowie die Optimierung der Beschaffungsprozesse im Einkauf von Ersatzteilen, um sichere Arbeitsprozesse zu erreichen und gleichzeitig eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

Zunächst wurde der Ist-Zustand aufgenommen und analysiert. Um die Prozesse im Werkstattbereich zu optimieren, wurden verschiedene Ziele zur Umstrukturierung festgelegt.

 

- übersichtlichere Arbeitsplätze,

- bessere Trennung der Arbeitsbereiche (Schmutzbereich, Vormontage),

- kürzere und freie Wege,

- feste Stellplätze,

- optimale Unfallverhütung und

- Sicherstellung gleichbleibend hoher Qualität.

 

Aus der Umsetzung der Ziele resultierte ein neuer Ablauf bei Reparaturen und Hauptuntersuchungen, die geplant und eingeführt wurde. Arbeitsplätze wurden umstrukturiert und neu integriert. In einem nächsten Schritt wird dem kompletten Bereich der Instandsetzung, dem wachsenden Bedarf entsprechend, u.a. auch ausreichend Platz zur Verfügung gestellt.

 

Kleben in der Instandhaltung
 
In seinem Vortrag über Kleben als gängiges Fügeverfahren, ging Herr Siegmund Wiecha, Leiter des technischen Büros der Stadtbahnwerkstatt, u.a. auch auf den vorliegenden Entwurf einer neuen VDV-Schrift zum Thema Kleben ein.  

In der Normenreihe DIN 6701 werden die Anforderungen an das Kleben an Schienenfahrzeugen oder anderen Komponenten sowohl für den Neubau als auch für die Instandhaltung ausgewiesen. Die Anforderungen betreffen das Personal, die Fertigungseinrichtungen und die Einbindung des klebtechnischen Fachpersonals in die betriebliche Organisationsstruktur. 

Im Frühjahr 2010 wurde eine „Arbeitsgruppe Kleben“ ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Umsetzung der Normen in die Arbeit der VDV-Betriebe schriftlich niederzulegen. (BO-Strab). Es ergaben sich einige Konflikte aufgrund der unverhältnismäßigen Zertifizierungsforderungen.

Um Sicherheit für die Anwender der DIN 6701 zu schaffen, wird es zukünftig eine VDV-Schrift zur Klebetechnik geben. Die entsprechenden Zertifizierungsforderungen, die Benennung einer verantwortlichen Klebaufsichtsperson sowie die Beauftragung der Durchführung der Arbeiten durch Dienstleister werden hier näher erläutert. Die generelle Zielsetzung wird eine hinreichende Qualifizierung ohne Zertifizierung sein.

Die Integration der DIN 6701-2 (Entwurf VDV–Kleben) in die Instandhaltungsprozesse war das Thema des zweiten Teiles des Vortrages. Probleme bereiten hier oftmals die mangelnden Kenntnisse über Klebtechnik, die oftmals undefinierte Untergründe sowie keine ausreichenden Reparaturunterlagen. Aber auch die räumlichen Gegebenheiten, (Integration in Bestandsstrukturen), die Stand-Zeiten sowie nur eingeschränkte zerstörungsfreie Prüfungen machen das Kleben für viele Werkstätten zum Problem. Die Vorgaben aus der neuen VDV-Schrift zu den Themen Anforderung an Personalqualifikation nach Bauteilklasse, technische und räumliche Ausstattung, maschinelle Ausrüstung, Lagerung, Dokumentation und Organisation können hier wertvolle Hinweise geben.

 

   Im Anschluss an die Vorträge ehrte der 1. Vorsitzende Werner Strauch die Kollegen Manfred Fischer, Harald Küper und Uwe Pacynski für deren 25-jährige Mitgliedschaft in der Vereinigung.

 
Besichtigungen

 

   Im Rahmen einiger Besichtigungen, bekamen die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit sich von der Vielfalt des ÖPNV in Frankfurt am Main selbst zu überzeugen. Nach der Aufteilung in Fachgruppen bekamen die Strab- und Kfz-Meister die Gelegenheit die Betriebswerkstatt BW Ost zu besichtigten, während die anderen Kollegen sich auf dem Rettungszentrum der Berufsfeuerwehr Frankfurt/Main von der guten und engen Zusammenarbeit zwischen der VGF und der Berufsfeuerwehr in Punkto Hilfeleistungen nach Entgleisungen und Unfällen an Schienenfahrzeugen informieren lassen konnten. Besichtigt wurde ein Nachbau einer Tunnelanlage incl. U-Bahnwagen, welcher nur zu Übungszwecken zur Verfügung steht. Alle Hilfeleistungen werden in Frankfurt ausschließlich von der Feuerwehr durchgeführt, die für diese Zwecke zwei, von der VGF gestellte Rüstwagen-Schiene, der Branddirektion zur Verfügung stellt.

   Mit einer kurzen Abschlussdiskussion endete dann eine für alle Teilnehmer informative und kurzweilige Gesamttagung. Abschließend bedankte sich Werner Strauch nochmals bei allen Mitarbeitern der VGF für die tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung und der Durchführung der Gesamttagung und wünschte allen Teilnehmern einen guten Heimweg.

 

 

Uwe Pacynski, Rheinberg                             Fotos:  Manfred Fischer, Essen

                                                                                   Werner Strauch, Essen 

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