Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

ES IST WAS KLEBENGEBLIEBEN

BLEIBT WAS KLEBEN?

Am 09.04.2013 trafen sich 19 Mitglieder der Freien Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe in Bad Urach bei der Firma Sika Deutschland GmbH um ihr Wissen über Klebetechniken, Klebstoffe und deren Verarbeitung zu erweitern. Nach dem Eintreffen der Teilnehmer und bei ersten gemeinsamen Gesprächen mit den Mitarbeitern der Fa. Sika entwickelte sich eine rege Diskussion mit Fragen der einzelnen Tagungsteilnehmer zu Klebeproblemen, die sich auch beim gemeinsamen Abendessen fortsetzte.  Auf Grund des vielfältigen Fragenkatalogs wurde der Tagungsablauf für den folgenden Tag mit Zustimmung aller Teilnehmer dahingehend geändert, das man einen größeren Zeitraum dem abarbeiten anstehender Fragen bereitstellen wird.

 

Am 10.04.2013 trafen sich dann alle Tagungsteilnehmer morgens in den Räumen der Firma Sika Deutschland. Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer durch ein Vorstandsmitglied der FVM stellte Herr Rolf Haffelder (Gebietsverkaufsleiter Mitte, West, Nord) die Firma Sika Deutschland GmbH vor.

 

1910                 gegründet durch Herrn Kaspar Winkler,

mit Vorstellung des ersten Produkts Sika 1 (wasserdichter Mörtel)

1918- 22           wurde der Gotthard Eisenbahntunnel erfolgreich gegen           eindringendes Wasser abgedichtet,

                        was für eine Elektrifikation des Tunnels nötig war.

1968                 erfolgte die Markteinführung von Membranen und

dem Klebstoff und elastischer Dichtung Sikaflex 1A

1974                 Börsengang an der SIX Swiss Exchange

1983                 wird der Geschäftsbereich Industry vorgestellt.

2000                 Einführung von Sika ViskoCrete.

2005                 wird die Sarna AG, Schweiz übernommen.

2010                 feiert Sika 100 jähriges Jubiläum.

 

Der Sika AG-Konzern

-       ist einer der weltweit führenden Hersteller von bauchemischen Produktsystemen und industriellen Dicht- und Klebstoffen.

-       hat eine weltweite Präsenz in 80 Ländern mit einem Netz von 124 eigenen Gesellschaften.

-       hat ca. 15200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

-       hat seinen Sitz in Baar (CH)

-       ist im Mehrheitsbesitz der Gründerfamilie.

-       beschäftigt ca. 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in F+E, Labor und Qualitätssicherung.

 

Allein in Deutschland sind in 2011 ca.2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und erwirtschaften bei einer Produktion von 151000 Tonnen einen Umsatz von 548 Mio. Euro.

 

Nach der Unternehmensvorstellung stellte sich Herr Artur Zanotti (Leiter der Technischen Abteilung) den zahlreichen Fragen der Teilnehmer. Alle anstehenden Fragen wurden von Herrn Zanotti (der während der gesamten Tagung anwesend war) ausführlich, verständlich und mit großer Sachkompetenz beantwortet.

Die speziellen Fragen zum Bereich Glass Repair im Schienenfahrzeugbereich wurden von Herrn Michael Voing (Key Account Manager AGR) genau so kompetent beantwortet.

 

Nachdem der erste große Fragenkatalog abgearbeitet war, wurden die verschiedenen Materialien, die Sika produziert, vorgestellt.

Neben den, den meisten Teilnehmern bekannten, ein- und zweikomponentigen Polyurethan-Klebstoffen wurden den Teilnehmern auch die Eigenschaften und Verwendungszwecke von

 

                        Industrie Silicone                                             - SikaSil

                        Hitzehärtende Epoxid-Hybrid Klebstoffe             - SikaPower

                        Kaschier- und Kontaktklebstoffe                       - SikaSense

                        Butyle                                                            - SikaLastomer

                        Schmelzklebstoffen / RHM                               - SikaMelt

                        Fußbodensysteme                                          - SikaFloor

                        Gießharze                                                      - Biresin

                        Blockmaterial (z.B. für Form Bau)                     - SikaBlock

beschrieben.

 

Großes Interesse erregte bei den einkomponentigen Klebern das Produkt Sikaflex Boost.

Hierbei wird der Kleber erhitzt und beim auftragen der Kleberaupe mit einem Beschleuniger vermischt. Dadurch härtet der Kleber nicht nur von außen durch die Luftfeuchtigkeit aus, sondern auch von innen, durch den, in Schichten eingebrachten Beschleuniger. So kann ein Fahrzeug nach der Reparatur der Windschutzscheibe schon nach vier Stunden wieder eingesetzt werden.

 

Im Anschluss wurde durch die Herren Timo Kitzmann (Market Field Manager Composites) und Herrn Holger Giese (Head of Composites) der Biresin Boat Repair Kit vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein „erste Hilfe“ Paket für Faserverbund-Kunststoffboote. Im Falle eines kleinen Schadens, beispielsweise einem Riss oder einem kleinen Loch in der Außenhaut des Bootsrumpfes, können kleinere Blessuren direkt, einfach und schnell beseitigt werden. Mit dem Speed Kit Mini erhält man vom Schleifpapier bis zum Mischbecher alle Materialien die für eine Reparatur benötigt werden. Die Mischmengen sind speziell für kleinere Reparaturen geeignet. Die   Mischmengen sind so abgepackt, das sich beim mischen der Tube (Komp.A) und der Flasche (Komp.B) immer das korrekte Mischverhältnis ergibt und kein weiteres Dosieren oder Abwiegen nötig ist. Da sich alle erforderlichen Materialien im Kit befinden, können diese je nach Anwendungsfall auf verschiedene Weise eingesetzt werden:

-       als Laminiersystem

Das Harzsystem kann in Verbindung mit dem Glasfaser-Gewebe als Laminierharz für strukturell hochfeste Reparaturen oder diverse Verstärkungsarbeiten verwendet werden.

-       als Füll-oder Spachtelmasse

Durch die Zugabe einer entsprechenden Menge Füllstoff (Microfiller) kann auch eine Spachtelmasse hergestellt werden, die z.B. zum Füllen von Löchern oder Rissen verwendet werden kann.

-       als Klebeharz

Für die Verklebung kann die Viskosität des Harzsystems durch Zugabe des Microfillers so eingestellt werden, das einfache Verklebungen, die später nicht allzu hohen Belastungen ausgesetzt sind, durchgeführt werden können.

 

Beim Speed Kit hat man eine Verarbeitungszeit von 10-15 Minuten bei 25 Grad Celsius und eine Aushärtezeit von 4-8 Stunden.

Neu ist der Classic Kit, der genauso flexibel einsetzbar ist, aber bei höheren Umgebungstemperaturen zum Einsatz kommt. Hier hat man eine Verarbeitungszeit von 15 Minuten bei 35 Grad Celsius und eine Aushärtezeit von 4-8 Stunden.

Anhand praktischer Reparaturbeispiele wurde die Arbeit mit dem Biresin Boat Repair Kit demonstriert.

 

Bei der anschließenden Führung durch die Produktionshallen, bei der der Fertigungsleiter Herr Michael Trost die Produktion und Abpackung der verschiedenen Komponenten erläuterte, konnten sich die interessierten Meister einen persönlichen Überblick über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens verschaffen.

 

Nach dem Einblick in die Fertigung wurden die Tagungsteilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt.

Die erste Gruppe konnte im sogenannten “Kaminzimmer“ (ehemaliges Direktorenbüro) weitere Fragen mit Herrn Zanotti diskutieren.

Die zweite Gruppe konnte mit den, ihnen bekannten Produkten, praktische Klebearbeiten durchführen.

Hierzu hatte Herr Hans-Günter Ossig (Technischer Berater im Außendienst) verschiedene Produkte zum Kleben unterschiedlicher Materialien bereitgelegt.

Bevor es ans Kleben ging, wurden von Herrn Ossig sehr anschaulich die einzelnen Arbeitsschritte und das Zusammenspiel der einzelnen Materialien (Haftreiniger, Primer) und Werkzeuge für den entsprechenden Kleber erklärt. So wurde speziell darauf hingewiesen wie wichtig das richtige Reinigen (Reinigungspapier verwenden   -  Stofflappen verteilen den Schmutz nur) (Keinen Silikonentferner oder Nitroverdünner verwenden  -  sind nicht komplett fettfrei) und Vorbehandeln

(Vorbehandlungstabelle beachten)

ist.

Dann konnte jeder Teilnehmer den praktischen Umgang mit den unterschiedlichen Oberflächen und Materialien üben.

Nachdem jeder sein Übungsblech mit den verschiedenen Klebern und Materialien, mehr oder weniger gelungen, fertig gestellt hatte (bei einigen wurde der Spruch: “auf Hemden, Hosen, Westen hält Sikaflex am besten“ wahr) wurden die Gruppen gewechselt.  

Danach trafen sich alle Tagungsteilnehmer zu einer Abschlussdiskussion an deren Ende sich die FVM im Namen aller Teilnehmer bei Herrn Haffelder und seinen Mitarbeitern für die Ausrichtung dieser hochinteressanten und für alle aufschlussreichen Fachtagung bedankte.

 

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