Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Klaus-Peter Benner, Essen

 

Fachtagung bei der Firma Konvekta Werk 3 in Barchfeld, Thüringen

 

Auf Einladung der Fa.Konvekta trafen sich im Juli 21 Meister der „Freien Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe“ am Standort Barchfeld um sich über den Entwicklungsstand bei Fahrzeugklimaanlagen und im speziellen über den CO2-Einsatz bei Klimaanlagen zu informieren.

Nach Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Benner (FVM) und Herrn Faust (Konvekta) gab Herr Fausteinen Überblick über die Firma Konvekta und ihren über 50jährigen Werdegang:

 

1957     - gegründet als Ziegenhainer Kachelofenbau GmbH

1960     - Umwandlung der Ziegenhainer Kachelofenbau GmbH in Konvekta   AG

1966     - Erste Konvekta-Fahrzeugklimaanlage

1967     - Erste Konvekta-Transportkühlanlage

1970     - Erste LKW-Dachklimaanlage

1971     - Weltpremiere: Entwicklung der ersten kompletten Dachklimaanlage für

                Omnibusse

1984     - Eröffnung von Konvekta Türkei

1987     - 30-jähriges Jubiläum und offizielle Eröffnung von Werk II in   Schwalmstadt

1989     - Vorstellung der ersten Fahrzeug-Klimaanlage mit dem FCKW- freien

                Kältemittel R 134a

1993     - Eröffnung der Wärmetauscherproduktion Werk 3in Barchfeld, einem der m                                    modernsten  

              Wärmetauscherwerke seiner Art in Europa      

1998     - Vorstellung der weltweit ersten Kühlanlage mit dem Kältemittel   CO2

              Gründung Konvekta Indonesien

              Gründung Konvekta Argentinien

2000     - Gründung Konvekta Taicang/China

2007     - 50-jähriges Jubiläum Konvekta AG Vorstellung der neuen UltraLight-Serie –                                     die weltweit leichteste Klimaanlage

2012     - Gründung Konvekta Indien

 

Die Firma Konvekta AG unterhält die Geschäftsbereiche:

 

                          Busklima

                          Kabinenklima

                          Transportkühlung

                          Schienenklimatisierung

 

mit einer globalen Präsenz und einer weltweiten Seviceorganisation mit den Feldern: Individuelle Schulungen, Reparatur-Service, Montage, Inbetriebnahme, Individuelle Mustereinbauten, Service-& Wartungsverträge, u.v.m.

Konvekta beschäftigt:

 

am Standort Schwalmstadt ca. 245 Mitarbeiter,

am Standort Barchfeld ca. 120 Mitarbeiter

und weltweit ca. 600 Mitarbeiter

 

Die anschließende Werksführung bei Konvekta Barchfeld mit Besichtigung der Wärmetauscher- und Rohrfertigung, sowie der Thermoplast-Tiefziehmaschinen, dem Klebezentrum und der Endmontage stieß bei allen Tagungsteilnehmern auf ein positives Echo. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer von den vorgestellten Herstellungsprozessen und der Fertigungstiefe.

Im Anschluss wurde den Teilnehmern die neue Klimaanlagengeneration, die UltraLight 2 mit dem neuen Design und die KL20E präsentiert und auf die Vorteile der neuen Generationen der Klimageräte hingewiesen.

Bei der UltraLight 2 ist es das Konzept zum Heizen, Kühlen und Lüften mit den Vorteilen:

            10 % weniger Kältemittel und höhere Effizienz durch Hochleistungsisolierung

            Um 5 dBA geräuschreduzierte Lüfter

            Ultraleichtes Dachsystem für Busse

            komplett recycelbar und damit ökologisch wertvoll

Gewichtsreduzierung 60 – 100 Kg  Solo - Gelenkbus

Gewichtseinsparung senkt den CO2- Ausstoß und den Kraftstoffverbrauch

Service- und wartungsfreundlich

Modulares Stecksystem garantiert einfachen und schnellen Tausch von Teilen

Reduzierte Aufbauhöhe

Verbesserte Aerodynamik

Schnelle und gleichmäßige Luftverteilung im Fahrzeuginneren in Verbindung mit                           einem hohen Luftdurchsatz

 

Die KL 20 E findet Anwendung als Anlage zur Erstausrüstung, aber ist auch optimal geeignet zur Nachrüstung. Hierbei hat sie den Vorteil der schnellen Montage als servicefreunliche Dacheinheit mit sehr niederiger Bauhöhe, und einem, durch spezielle Lagerung, geräuscharmen, bürstenlosen 24V E-Motorantrieb.

Die KL 20 E ist werkseitig mit dem Kältemittel R134a befüllt und elektrisch verdrahtet. Die optimale Luftmenge ist in drei Stufen regelbar und es bedarf keiner Verlegung von Kältemittelleitungen zum Motor.

Der große Vorteil: Die Anlage muß nicht auf die Luken gebaut werden. Die Luken können weiter  als zusätzliche Fahrzeugbelüftung genutzt werden.

Die KL 20 KDE ist die ideale Lösung für eine integrierte Stadtbus-Fahrerplatzklimaanlagen zum Anschluss an die Frontbox in der Werksausrüstung oder einem separaten Verdampfer.

Im Anschluss an einen kleinen Mittagsimbiss fand die nächste Diskussionsrunde statt, bei der es um das Thema CO2 in der Busklimatisierung ging. Hierbei stellten Herr Schneider, Herr Faust und Herr Heilmann die Funktionsweise einer Klimaanlage und einer Klimaanlage mit Wärmepumpe und dem umweltfreunlichen Kältemittel R744 (CO2) vor. Es entwickelte sich eine rege Diskussion über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kältemittel.

 

R134a                          + Risikofreier Betrieb, gute Kühlwirkung schon bei geringem                                                            Systemdruck.

-  Hoher Treibhauseffekt (Faktor1430) beim Entweichen in                              die Atmosphäre.

                                               -  Höhere Kosten bei Wartung und Service. ( Kältemittelpreis                                                               hoch)

                                               -   Für Wärmepumpenanwendung ungeeignet.

           

R1234yf                       +  Gute Kühlwirkung schon bei geringem Systemdruck.

                                   +  Geringer Treibhauseffekt (Faktor 4) beim Entweichen in                                                                  die Atmosphäre.

                                    -  Feuergefährlich, bei Brand Freisetzung von Flusssäure.

                                   -   Hoher Aufwand bei Wartung und Service.

                                   -   10%geringerer Wirkungsgrad als R 134a.

                                   -   Sehr hoher Kältemittelpreis.(10 – 15 facher Preis                                                                           gegenüber R 134a)

 

R744 (CO2)                  +   Kein Treibhauseffekt (Faktor 0)

                                   +   Nicht brennbar, nicht giftig.

                                   +   Höherer Wirkungsgrad als R134a ( ca. 15-20%)

                                   +   Minimierung der Servicekosten durch einfache und                                                                          ungefährliche Handhabung.

+   Für Wärmepumpenanwendung sehr gut geeignet.

+   Niederiger Kältemittelpreis.

-    Wegen hoher Drücke höherer Fertigungs- und                                             Materialaufwand.

 

Anhand einer mit R744 befüllten Klimaanlage vom Typ P700 zeigte Konvekta den hohen Serienstand ihrer CO2 Klimaanlagenentwicklung. Die Anlage ist optisch identisch mit einer konventionellen R134a Klimaanlage.

Im Gaskühler und im Verdampfer kommen Lamellenwärmetauscher mit „hochfesten“  Kupferrohren und Aluminiumlamellen zum Einsatz. Für die Verrohrung der Klimaanlage und im Fahrzeug werden Edelstahlrohre

verwand, deren Durchmesser geringer sindals die Rohre einer R134a befüllten Anlage.

Sämtliche Schraubverbindungen im Kältekreislauf werden mittels „Swagelok“Schraubverbindungen ausgeführt, die auch bei der Verrohrung von CNG-Gasanlagen zur Anwendung kommen. Die Kühlmittelfüllmenge einer mit R744 befüllten Anlage ist auch deutlich niederiger als die einer R134a Anlage.

Die R744 Systeme sind sehr wartungsarm (nicht wartungsfrei), die Luftfilter sind den ganz normalen Wartungsintervallen ausgesetzt. Das gleiche gilt für den Verdichterölwechsel. Das Tauschen eines Trockners

(bei R134a einmal jährlich empfohlen) entfällt, da im System nicht mehr enthalten.

Bei der regen Diskussion die sich entwickelte, wurde auch die Frage zur Sicherheit des Fahrpersonals und der Fahrgäste im Falle einer Leckage einer mit R744 betriebenen Anlage gestellt. Dabei verwies die Fa. Konvekta auf einen Messbericht der BG Verkehr (Messbericht Nr. mg 11 1031) in dem die Unbedenklichkeit zum Einsatz von R744 in Bussen bestätigt wird.

Bei der Messung wurde unter der Annahme, dass eine Rohrleitungsverbindung defekt ist, ein Komplettaustritt von CO2 in das Fahrzeug zugrunde gelegt. Zu diesem Zweck wurde im Bereich der hinteren Tür die Schraubverbindung der Rohrleitung gelockert, sodass es zu einem Austritt von CO2 ins Fahrzeug kam. Die Klimaanlage war zu Messbeginn mit 6 Kg CO2 unter Betriebsdruck gefüllt. Die Messungen wurden an drei Messpunkten durchgeführt. MP 1 befand sich im Atembereich des Fahrers, MP 2 befand sich im Bereich der hinteren Tür in ca. 1,1m Höhe. MP 3 befand sich im hinteren Bereich des Busses in der dritten Sitzreihe in Atemhöhe der Fahrgäste.

Für R744 liegt die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) bei einem Wert von 5000 ppm. Dieser Wert wurde bei den Tests an keiner Messstelle überschritten.

Im Anschluss an eine lebhafte Abschlussdiskussion verabschiedete Herr Schneider und Herr Faust die Tagungsteilnehmer mit der Einladung zu einer erneuten Fachtagung bei Konvekta und nahm den Dank der Tagungsteilnehmer und von Herrn Benner seitens der FVM für die hochinformative und außerordentlich interessante Fachtagung entgegen.

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