Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Gesamttagung und Hauptversammlung bei der ESWE Wiesbaden

V2-Pacynski                                                                                                      Rheinberg, den 10.05.2013

 

 

04. Gesamttagung mit Hauptversammlung bei der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH in Wiesbaden

 

Datum: Fr. 19.04.- Sa. 20.04.2013

 

Teilnehmer: 45

 

Gesamttagung für Strab-, Kfz- und Infrastrukturmeister

 

   Zur Gesamttagung des Jahres 2013 fanden 45 Mitglieder der FVMöV den Weg zur ESWE Verkehrsgesellschaft mbH nach Wiesbaden, wo eine Menge Informationen über den einladenden Verkehrsbetrieb die Teilnehmer erwartete. Nach der Eröffnung der Gesamttagung durch Werner Strauch begrüßte der technische Vorstand, Herr Cramer, die Tagungsteilnehmer und wünschte ihnen einen informativen und interessanten Tagungsverlauf. Anschließend gab Herr Cramer den Tagungsteilnehmern einen Überblick über die fassettenreiche Geschichte der ESWE Verkehr.

 

Von der Pferdebahn zur Busstadt

 

   Der öffentliche Nahverkehr in Wiesbaden nahm am 16. August 1875 mit der Einweihung der ersten Wiesbadener Pferdebahn seinen Anfang: Jeweils ein Pferd zog einen Wagen über die eingleisige Normalspur. Nach der Inbetriebnahme der ersten elektrischen Straßenbahn im Jahr 1896 wurde das Liniennetz nach und nach ausgebaut. Im Jahr 1922 nahm dann zum ersten Mal eine Buslinie zwischen einem Wiesbadener Vorort und der Innenstadt ihren regelmäßigen Betrieb auf: Schierstein forderte anlässlich seiner Eingemeindung nach Wiesbaden eine bessere Nahverkehrsanbindung und hatte eigentlich auf die Verlegung einer Straßenbahntrasse bestanden. Als Übergangslösung kamen hingegen zwei doppelstöckige Omnibusse von Mercedes-Benz zum Einsatz, deren Betrieb jedoch schon bald wieder eingestellt wurde. Erst 1927 begannen mit einem von der Allgemeinen Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft erstellten Gutachten die intensiven Vorbereitungen für die Umstellung des Wiesbadener Straßenbahnverkehrs auf Buslinien. In dem Dokument hieß es, dass die Umstellung des ÖPNV auf Omnibusse wirtschaftlich und verkehrstechnisch riskiert werden könne. Noch im selben Jahr richtete Wiesbaden weitere Buslinien ein, mit denen Umland-Gemeinden an das städtische Verkehrsnetz angebunden wurden. Am 31. März 1929 endete schließlich die Konzession der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft für den Betrieb der Straßenbahnen in Wiesbaden. Einen Tag später, am 1. April 1929, wurden die „Städtischen Verkehrsbetriebe“ gegründet, die, als Vorläufer der heutigen ESWE Verkehrsgesellschaft, fortan für die Omnibus- und Straßenbahnlinien sowie für die Nerobergbahn zuständig waren.

   Infolge dieser Entwicklung wurden von 1929 an bis in die 50er-Jahre hinein die Straßenbahnlinien sukzessive auf Omnibuslinien umgestellt. Die „Busstadt“ Wiesbaden jedoch begründete ihren eigentlichen Ursprung, und damit den Markstein des Auftakts für die Entwicklung Wiesbadens hin zur reinen, also schienenfreien Busstadt, im Jahr 1929, sodass im Jahr 2009 das Jubiläum „80 Jahre Busstadt Wiesbaden“ begangen werden konnte. Wiesbaden war und blieb Busstadt mit nationaler Pilot- und Vorbildfunktion: So sind die heute landauf, landab fest etablierten Sonderfahrstreifen für Linienbusse, die sogenannten Busspuren, eine Wiesbadener Erfindung. 1968 wurden sie, unter großer Beachtung der Fachwelt, in der hessischen Landeshauptstadt bundesweit erstmalig eingeführt. Heute werden die Busspuren von 230 Bussen der ESWE befahren. Auch sind auf den Straßen Wiesbadens die europaweit ersten Euro-VI-Busse als auch die deutschlandweit ersten mit GTL-Diesel angetriebenen Busse unterwegs.

   Die zwischenzeitlich gegründete Stadtwerke Wiesbaden AG, in die die Städtischen Verkehrsbetriebe eingegliedert worden waren, hörte im August 2000 offiziell auf zu existieren: Aus den Wiesbadener Stadtwerken gingen zu diesem Zeitpunkt die beiden eigenständigen Unternehmen ESWE Versorgungs AG (verantwortlich für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung) und ESWE Verkehrsgesellschaft mbH (Betreiberin des Linienbusverkehrs) hervor. 2004 erfolgte die Gründung des Schwesterunternehmens WiBus (Wiesbadener Busgesellschaft mbH). Die im Jahr 2000 aufgelösten Wiesbadener Stadtwerke lebten fortan nur im Namen der ausgegründeten städtischen Betriebe weiter: Ist das Kunstwort „ESWE“ doch nichts anderes als die lautmalerische Schreibung der Stadtwerke-Wiesbaden-Initialen „S“ und „W“.

 

Besichtigungen

 

   Im Anschluss an den Vortrag bekamen die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit sich im Rahmen einer kleinen Stadtrundfahrt selbst vom reibungslosen Ablauf des ÖPNV in Wiesbaden zu überzeugen. Auch ein Besuch der bereits erwähnten Nerobergbahn stand dabei auf dem Programm. Nach der Aufteilung in Fachgruppen bekamen die Strab-Meister die Gelegenheit einen Straßenbahnbetriebshof der Stadtwerke Mainz AG, Verkehrsbetriebe zu besichtigten, während die Kfz-Meister den Busbetriebshof der ESWE in Augenschein nehmen durften. Mit einer kurzen Abschlussdiskussion endete dann eine für alle Teilnehmer informative und kurzweilige Gesamttagung.

 

Hauptversammlung

           

   Mit der Eröffnung der Hauptversammlung durch Werner Strauch begann der zweite Teil der Gesamttagung. Zunächst bedankte sich Werner Strauch beim Vorstand der ESWE und insbesondere bei unserem Meisterkollegen Dietmar Schneider für die Gastfreundlichkeit, die interessanten Besichtigungen und Referate sowie für die geleistete Arbeit im Vorfeld dieser Gesamttagung.

   Im Anschluss daran gaben Werner Strauch und Uwe Pacynski einen ausführlichen Überblick über die durchgeführten Fachtagungen im Jahr 2012 sowie die bereits durchgeführten und noch anstehenden Fachtagungen für das Jahr 2013. Die Teilnehmerzahlen sind in den letzten beiden Jahren annähend gleich geblieben.

   Um zukünftig auch weiterhin auf die Wünsche und Anregungen aller Mitglieder bei der Gestaltung der Fachtagungen reagieren zu können, tritt der Vorstand auf den Sprechertagungen immer wieder an die Sprecher heran um diese an der Gestaltung des Jahresprogrammes zu beteiligen. Durch die Mitarbeit aller Mitglieder wird es dem Vorstand möglich sein auch zukünftig für alle Kollegen ein ausgewogenes und interessantes Jahresprogramm zu erarbeiten.

   Der 1.Kassierer Klaus-Peter Titze gab seinen Kassenbericht für das Jahr 2012 ab. Anhand einer übersichtlichen Bilanz stellte er die Einnahmen und die Ausgaben, für jeden nachvollziehbar, gegenüber.

   Helmut Palmen wurde von Werner Strauch gebeten, zur Entlastung des Vorstandes sowie zur Neuwahl des 1.Vorsitzenden, die Versammlungsleitung zu übernehmen. Nach einem kurzen Dank an den alten Vorstand für die geleistete Arbeit, beantragte Helmut Palmen den Vorstand zu entlasten. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

   Anschließend veranlasste er die Neuwahl des 1.Vorsitzenden. Die Wahl der Vorstandsmitglieder, der Beisitzer sowie der Kassenprüfer brachte folgendes Ergebnis:

 

            1. Vorsitzender                       Werner Strauch                     Essen

            2. Vorsitzender                       Uwe Pacynski                        Duisburg

            1. Kassierer                            Klaus-Peter Titze                   Dortmund

            2. Kassierer                            Joachim Knuppertz                Düsseldorf

            1. Schriftführer                       Harald Sonntag                      Wuppertal

            2. Schriftführer                       Bernd Rosenbaum                 Köln

            Beisitzer                                 Klaus-Peter Benner   Mülheim

            Beisitzer                                 Klaus Buchheimer                 Darmstadt

            Beisitzer                                 Jürgen Engelhard                  Bonn

            Beisitzer                                 Manfred Fischer                    Essen

            Beisitzer                                 Alfred Malinowski                  Krefeld

            Beisitzer                                 Werner Marczak                    Herne

            1. Kassenprüfer                     Peter Goetz                            Düsseldorf

            2. Kassenprüfer                     Michael Felsner                     Essen

           

   Der Vorstand, die Beisitzer wie auch die Kassenprüfer wurden ohne Gegenstimme gewählt. Der neue 1. Vorsitzende Werner Strauch bedankte sich, auch im Namen seiner Vorstandskollegen, für das ausgesprochene Vertrauen und versicherte, die Vorstandsarbeit in gewohnter Weise, zum Wohl der Vereinigung fortzuführen.  

   Als erste Amtshandlung ehrten die beiden wiedergewählten Vorsitzenden die Kollegen Jochen Kröger und Achim Sauer für deren 25-jährige Mitgliedschaft in der Vereinigung. Abschließend bedankte sich Werner Strauch nochmals bei allen Mitarbeitern der ESWE für die tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung und der Durchführung der Gesamttagung und wünschte allen Teilnehmern einen guten Heimweg.

 

Uwe Pacynski, Rheinberg                                                    Fotos:  Manfred Fischer, Essen

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