Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Sprechertagung mit der Firma Dr. Schnell Chemie GmbH am 23/24.11.2012 in Meschede

Bericht der Arbeitsschutz- und Sprechertagung in Meschede

 

Herr Drischner von der Fa. DR. SCHNELL gab zu Beginn eine Übersicht der Historie, sowie des heutigen Unternehmens. Seit 1642 existiert der Betrieb in München, damals unter dem Namen Münchner Seifenfabrik. Neben vielen Meilensteinen ist auch hier der erste salzsäurefreie Sanitärreiniger entwickelt worden. Zur Zeit arbeiten bei DR.SCHNELL 252 Mitarbeiter in den Bereichen Entwicklung, Herstellung und Vertrieb. Die Produkte bedienen die Schwerpunkte Reinigung, Hygiene, Desinfektion und Hautpflege. Seit 1972 begann eine intensive Innovationsphase mit der Entwicklung u. a. von umweltverträglichen Industrie Öl- und Fettlöser (mit DB-Zulassung). 1999 wurde ALEGRIA gegründet, ein eigenes Institut für Erwachsenenbildung. Hier bilden hauptamtliche Ausbildungskräfte Fachberater und Anwender aus. Dies geschieht in Form von Seminaren, Workshops und Trainings-on-the-jobs. Umweltschutz, Materialverträglich-keit und die Gesundheit des Anwenders stehen im Vordergrund des Bereiches Forschung und Entwicklung. Eine weitere Dienstleistung ist der Service. Die Bereitstellung und Wartung von Dosiergeräten ist ebenso Thema wie die individuelle Erstellung von Reinigungs- und Hygieneplänen. Frau Fabricius referierte in Ihrem Vortrag über den Hautschutz. Einleitend beschrieb Sie die Haut als größtes Körperorgan mit 10% Körpergewicht und ca. 2m² Fläche. Sie dient der Wärmeregulierung, Schweißabgabe, Empfindungsvermittlung, der Stoffwechselaufgaben und     Schutzfunktion (ein Säuremantel schützt die Haut). Tote Haut (Hornhaut) schützt lebende Haut. 95% der beruflichen Hauterkrankungen sind Handerkrankungen. Hauterkrankungen sollten früh erkannt werden. Sie äußern sich durch zu trockene Haut, Rötungen, Hautschuppenbildung, Risse, brennen nach der Handdesinfektion oder durch Juckreiz. Gründe können chemische, mechanische oder klimatische Einflüsse sein. Die Bereitstellungspflicht von persönlicher Schutzausrüstung (hier Hautschutzcremes) ist eindeutig im §29 der Betriebsstättenverordnung geregelt. Vielen ist nicht bekannt, das es auch Hautschutzcremes für Handschuhträger gibt. Vor neuer Anwendung von Cremes werden kostenlose Testphasen angeboten. Die auszuhängenden Hautschutzpläne sollten nicht alle Produkte beinhalten, sondern jeweils nur bezogen auf den Waschplatz sein. Hautreiniger mit Reibemitteln sollten auf Basis von Kunststoffkügelchen hergestellt sein und nicht mit spitzen Bestandteilen wie Sand oder zerkleinerten Walnussschalen. Wichtige Bestandteile von Hautpflegecremes sind Glycerin und Vitamin E zum Ausgleich des täglichen Verlustes von Feuchtigkeit und Fetten. Professionelle Reinigungssysteme für Schienenfahrzeuge war das Thema der nächsten Referentin Frau Pechmann. An bereitgestellten glatten und porösen Objekten (Glasscheiben, lackierte Flächen, Sitzpolster, Gummi, Kunststoffe) konnte im Anschluss auch die praktische Durchführbarkeit von graffitientfernenden Produkten und deren Wirkung demonstriert und auch persönlich geübt werden. An Schienenfahrzeugen kommen nur chemische Entfernungsverfahren in Frage. Die Produktsysteme werden auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt und sind NMP-, NEP- und VOC-frei. Bei der Anwendung ist der „Sinnersche Kreis“ = Chemie+Zeit+Mechanik+Temperatur besonders zu beachten. Der Prozess kann jeder Zeit mit Wasser unterbrochen oder gestoppt werden. Eine Entfernung unter 0°C ist wegen der Frostgefahr nicht mehr möglich, unter 5°C verlängert sich die benötigte Zeiteinwirkung erheblich. In jedem Fall ist eine vorherige Arbeitsprobe an unauffälliger Stelle vorzunehmen. Das Reinigungsmittel ist mit Bürste oder Pad (je dunkler die Farbe des neuen Pad’s, je rauer ist das Pad) unter Verwendung von Nitril-Schutzhandschuhen aufzutragen.          

Der nächste Tag diente der Vorbereitung der Fachtagungen des Jahres 2013 und der Übermittlung informativer Inhalte an die 24 (von 63) angereisten Sprecher der Meistervereinigung. Traditionell wurde mit dem Rückblick auf die Fachtagungen des zurückliegenden Jahres, unter besonderer Betrachtung der Teilnehmerzahlen begonnen. Hier wurde erneut deutlich, welch hohe Arbeitsbelastung mittlerweile in den Verkehrsbetrieben Einzug gehalten hat. Der Vorstand hat dies bei der Tagungsplanung 2013 berücksichtigt und benannte die Tagungspartner. Die Gesamttagung findet im April in Wiesbaden statt. Der Kassierer stellte den letzten Kassenbericht vor, aus dem u.a. ersichtlich wurde, das die Finanzsituation sich wiederholt positiv entwickelt hat. Zur Mitgliederentwicklung nahm der Schriftführer Stellung. Die Vereinigung besteht derzeit aus 406 Mitgliederinnen und Mitgliedern. Die altersbedingten Austritte konnten durch Neuaufnahmen interessierter Meister/innen mehr als kompensiert werden. Anschließend berichtete der Redakteur der Vereinszeitschrift intern über die diesjährige Entstehung u.a. mehr Werbepartner und bat um Beiträge aus den Betrieben. Mit dem Wechsel der Druckerei hat es sehr gute Erfahrungen uns zusätzliche Einsparungen gegeben. Aus dem Sprecherkreis kamen folgende Anregungen: Das Tragen von Namensschildern wieder einzuführen um Kollegen besser zu erkennen und zuordnen zu können; bei der nächsten Arbeitsschutz- und Sprechertagung das Thema Bio-Waschanlagen zu berücksichtigen. Die Sprecher wurden vom Vorstand sensibilisiert bei den Mitgliedern für mehr Teilnahmen zu werben, da die durchführenden Firmen die Fachtagungen mit großem technischen und personellem Aufwand vorbereiten, ein hochwertiges Fachwissen vermitteln, sowie darüber hinaus Lösungen für bestehende Probleme erörtern und anbieten.

 

Harald Sonntag, Wuppertal

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