Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
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Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetrieb

 

Fachtagung mit der Firma Pfisterer

 

„Energie muß fließen – störungsfrei, unkompliziert, sicher und wartungsfrei“. Ein Ziel, dass sich die Firma Pfisterer, als eines der weltweit führenden Unternehmen der Elektrotechnik, gesetzt hat. 1921 gegründet als Fabrik für elektrotechnische Spezialartikel, entwickelte sich das Unternehmen mit derzeit rund 1200 Mitarbeitern in 18 Tochtergesellschaften und 14 Ländern zu einem erfolgreichen Weltunternehmen.

 

Anhand der Vier-Sparten-Organisation ist erkennbar, worauf sich die Firma Pfisterer spezialisiert hat:

  1. Kabelsysteme: CONNEX - das trocken steckbare Anschluss System. Zubehör für GIS und Transformatoren. IXOSIL – Endverschlüsse und Muffen aus Silikon. IXOLINE – konfektionierte Kabel, weltweite Montagedienstleistungen.
  2. Komponenten: Kontakt- und Verbindungselemente für Kabelnetze. Anschluss- und Verbindungselemente für Freileitungsnetze. Komponenten und Systeme für die Niederspannungsverteilung. Sicherheitstechnik. Hochstrom – Verbinder für die Industrie.
  3. Freileitungssysteme: SILCOSIL Silikonisolatoren. Seil- und Kettenarmaturen. Isolatorenketten. Hohlisolatoren. Schwingungsdämpfende Produkte und Schwingungsrecorder. Signal- und Warnkugeln.
  4. Fahrleitungssysteme: Verbindungs- und Anschluss Klemmen für Fahrleitungen. Silikonisolatoren und Streckentrenner. TENSOREX automatisches Feder-Nachspannsystem. Fahrdrahtlage-Messgeräte. Sicherheitstechnische Produkte.

 

Die Fachtagung fand am 17/18.05.2011 in Winterbach/Rems dem Sitz der Firma Pfisterer statt. Nach dem Eintreffen der Teilnehmer wurde die Tagung durch Werner Strauch (1.Vorsitzender FVM) und Herrn Braig (Pfisterer) eröffnet. Herr Braig stellte in seinem Vortrag das Unternehmen vor. Insbesondere zeigte er einen Film in dem die Geschichte der Firma Pfisterer dargestellt wurde. Herr Braig zeigte außerdem den Aufbau der Pfisterer Gruppe und stellte die Strategie und Organisation des Unternehmens vor. Die Strategie basiert auf vier Säulen: Innovation, Qualität, Flexibilität und Kundennähe.

 

Beim ersten Fachvortrag von Herrn Harsch standen die „Komponenten Verteilungstechnik“ im Vordergrund. Es wurden Kabelverteilerschränke und Sicherungsschaltleisten im Baukastensystem vorgestellt. Das heißt, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind und perfekt zusammen passen. Herr Harsch erklärte, dass bei Kabelverteilerschränken die im Freien stehen, die UV Strahlung in der Lage ist, eine photochemische Reaktion an der Kunststoffoberfläche auszulösen. Das Ergebnis ist, dass je nach Standort und Strahlungsintensität, über Jahre bzw. Jahrzehnte, die Kunststoffoberfläche erodiert und die darunter liegenden Glasfasern freigelegt werden. Sollte die raue Oberfläche störend wirken, kann diese mit verschiedenen Lacksystemen von Pfisterer lackiert werden. Besser ist es, die Kabelverteilerschränke mit einer Ganzlackierung oder zumindest mit einem lackierten Dach zu kaufen.

 

Herr Kubach, Produktmanager Sicherheitstechnik, stellte im zweiten Fachvortrag Spannungsprüfer und Erdungsgarnituren vor. Wichtige Werkzeuge um die Spannungsfreiheit festzustellen und zu erden. Seine Empfehlung war: Unbedingt vor jeder Benutzung eine Sichtprüfung durchführen. Er wies darauf hin, dass Spannungsprüfer und Erdungsgarnituren einer jährlichen Überprüfung unterliegen. Pfisterer hat eigens ein Prüffeld für diese Prüfung, in dem auch Garnituren, die nicht aus dem Hause Pfisterer stammen, geprüft werden, wenn notwendig instandgesetzt werden und anschließend mit Prüfbescheinigung zurück geschickt werden. Auf die Frage von Herrn Kubach, was wir als Anwender davon halten bzw. was man vielleicht verbessern kann, entstand ein schöner Erfahrungsaustausch der für beide Seiten von Nutzen war.

 

Den Abschluss des ersten Tages bildete dann der dritte Fachvortrag von Herrn Buder, Fachmann für Fahrleitungssysteme bei Pfisterer. „TENSOREX, ein Spannsystem für Fahrleitungen“ war sein Thema. Fahrdrähte sind ständig temperaturbedingten Längenänderungen ausgesetzt. Spannsysteme reduzieren diese und sorgen für konstanten Zug an den Drähten. Ältere herkömmliche Systeme brauchen viel Platz und sind Städtebaulich unästhetisch. Hier hat das TENSOREX System Vorteile. Es gibt TENSOREX für Eisenbahnen, TENSOREX Phantom und TENSOREX C+ für Nahverkehrstriebzüge und Straßenbahnen. Die Vorteile von TENSOREX C+: Zugkraft bis 1200 kg; Kompakte Gesamtabmessungen; Geringes Gewicht; Kaum auffällig; Vor Vandalismus geschützt; Montage an bereits bestehenden Masten; Sehr schnelle Montage; Sehr geringer Wartungsaufwand. In einem kurzen Film wurde uns das System vorgestellt.

 

Interessant war die Besichtigung der Isolatoren Produktion für Freileitungen und deren Überprüfung im Hochspannungsprüffeld. Mit der Besichtigung des Werkes in Gussenstadt begann dann der zweite Tag der Fachtagung. In diesem Werk werden Kabelschuhe und Kabelverbinder in Schraubtechnik hergestellt, eine Technik in der Pfisterer führend ist. Man hat eine sichere Technik entwickelt um Kabelschuhe nicht mehr zu quetschen, sondern das Kabel im Kabelschuh oder Kabelverbinder fest zu schrauben. Dieses System, SICON genannt, ist geeignet für Klemmbereiche von 10 bis 630 mm2 . Herr Berroth machte dann auch SICON zum Hauptbestandteil seines Fachvortrages mit dem Thema: “Schraubtechnik an Speisekabeln von Nahverkehrstechnik“. Er zeigte die Vor und Nachteile der Presstechnik auf und stellte dann das System SICON vor. Zum Schluss dieses Vortrages konnten die Meister der FVM der Firma Pfisterer Erfahrungen berichten die sich auf die Vor- und Nachteile der Schraubtechnik bezogen. Andererseits bekamen wir praktische Hinweise um die Schraubtechnik auch richtig anzuwenden. In diesem Zusammenhang sei noch kurz erwähnt, dass Pfisterer eine neue AKKU Presse entwickelt hat. Diese hat 850 bar Press Druck, eine Schlauchlänge von 3m (individuell auch länger), zu benutzen bis -20 Grad, ca. 70 Pressungen mit einer AKKU Ladung, 36V Lithium Ionen AKKU und ein Gewicht von 11,5 kg.

 

Die Innovation der Firma Pfisterer zeichnet sich noch durch andere Produkte aus, wie z.B. ISICOMPACT und ISICOMPACT plus, ein Klemmring bzw. eine Abzweigklemme bei der mit nur einer Schraube sämtliche Leiter im Haupt- und Abzweigkabel kontaktiert werden. Oder HICCON II. Ein Steckverbinder für Antriebsleistungen von 20 bis 300 kW. Hochleistungs-Kontakttechnik besonders für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt.

 

Alles in allem eine sehr schöne innovative Fachtagung die wir im Haus Pfisterer in Winterbach erleben durften.



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