Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Fachtagung mit der Firma EvoBus in Mannheim

07.-08.06.2011

 

Die Teilnehmer der Fachtagung wurden nach dem Eintreffen, im Werk Mannheim, durch die Herren Voigt und Kols (EvoBus) und Herrn Fischer (FVM) begrüßt.

 

Herr Reis stellte in seinem Vortrag den neuen Citaro vor, mit vielen neuen Design-Details, wie etwa die markante Frontblende, die konturierten Radabdeckungen oder den erhabenen Citaro-Schriftzug am Heck. Augenfällig sind auch die modernen Seitenfenster mit der dynamisch geschwungenen Unterkante. Im Innenraum sorgt sowohl eine hellere Ausleuchtung des Eingangsbereichs wie auch der freundlich gestaltete Fahrgastraum für ein angenehmes Raumgefühl.

Bei der Wartung hat Mercedes den neuen Citaro noch wartungsfreundlicher – und weniger wartungsanfällig gemacht. Um Verschmutzung und Beschädigung zu verhindern wurden alle elektrischen Leitungen aus dem Unterbau in die Mitteldecke verlegt. Besser erreichbare und mit einem höheren Volumen ausgestattete Filter für die Fahrerluftansaugung sorgen für längere Reinigungsintervalle.

Ebenso die moderne LED-Beleuchtung, die auch im Innenraum  Einsatz findet. Die wichtigen Bauteile sind einfach und ohne Werkzeug zugänglich. Und wenn es mal zu einem Bagatellschaden kommt, gewährleisten optimierte Außenbauteile, dass dieser schneller repariert werden kann. Alles zusammen macht die Wartungsintervalle länger und die Reparaturzeiten kürzer. Damit ist das Fahrzeug wieder schneller auf der Straße.

Ein klarer Gewinn für den ÖPNV sind auch die sparsamen und robusten
Euro V/EEV Motoren mit Mercedes-Benz BlueTec®-Dieseltechnologie. Ihr niedriger Verbrauch macht sich in Zeiten anhaltend hoher Kraftstoffpreise tagtäglich bezahlt. Und auch die Umwelt profitiert aufgrund der geringen Schadstoff- und Partikelemissionen. Mit Motoren zwischen 210 kW (286 PS) bis 260 kW (354 PS) sind die Busse aber nicht nur sparsam, sondern auch ausreichend zügig unterwegs.

Je ein Auffahrschuh auf der rechten und linken Seite vor dem Saumprofil verhindert Schäden, sollte der vordere Überhang des Citaro z. B. bei engen Bordsteinmanövern Bodenkontakt bekommen. Der Auffahrschutz ist einfach wechselbar.

Bei dem neu gestalteten Fahrerarbeitsplatz soll den Fahrer nichts von seiner Arbeit ablenken. Für eine bessere Rundumsicht wurde die Sitzposition des Fahrers leicht angehoben – er ist nun direkt auf Augenhöhe mit den Fahrgästen. Außerdem konnte durch die Verlängerung der Front die Beinfreiheit vergrößert werden – und das sogar bei verbessertem Kollisionsschutz. Das ermöglicht eine optimale Sitzposition an langen Arbeitstagen.

Im neuen Citaro wurde besonderer Wert auf die Sicherheit des Fahrers gelegt. Die für LKW gültige Richtlinie ECE R 29, die seit 1975 den Überlebensraum des Fahrers bei einem Frontalaufprall definiert, wurde beim neuen Citaro freiwillig als Standard angewendet. Durch einen Pendelschlag-Versuch wurde die Einhaltung der ECE R29 überprüft. Ein Front-Aufprallschutz, angelehnt an die Norm ECE R29, einmalig für Stadtlinienbusse, sowie die nochmals steifere Gerippestruktur erhöhen die passive Sicherheit. Mercedes bietet außerdem heute schon ESP® im neuen Citaro Stadtbus 12m als Sonderausstattung an.

Die neue Fahrerschutztür soll den Fahrer vor unerwarteten Angriffen schützen. Je nach Einsatzzweck und gewünschtem Schutzgrad stehen vier modulare Ausbaustufen zur Verfügung. Die Tür ist jetzt hinten angeschlagen und öffnet vorn. Damit gelangt der Fahrer auf direktem Weg besonders schnell von der vorderen Tür zu seinem Arbeitsplatz bzw. umgekehrt. Die neue Fahrerschutztür sichert im Falle eines Angriffes die Fluchtmöglichkeit für den Fahrer. Neu ausgeführt ist auch die Trennscheibe (SA) zum Fahrerarbeitsplatz. Die Scheibe ist größer und weiter nach vorn gewölbt. An die Stelle der bisher eingesetzten Haltestange vorn an der Trennscheibe tritt ein seitlicher Haltegriff.

 

Über das Werk Mannheim berichtete Herr Janz, dass Mercedes Benz auf einer Gesamtfläche von 888.344 m² mit ca. 5000 Mitarbeiter Stadt-/Überland, Reisebusse, Fahrgestelle und Motoren produziert. Die Motorenproduktion ist auf einer Fläche von 320.000 m² und die Gießerei auf 103.000 m² untergebracht. Des Weiteren erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die Geschichte Daimler Benz, von der Werksgründung 1908 bis zum aktuellen Zeitpunkt. Durch die gute Auftragslage des Werkes werden laufend Abteilungen modernisiert und es wird weiter ins Werk investiert.

 

Herr Maaß vom Mercedes-Benz Kundendienst berichtete über die momentanen technischen Probleme des aktuellen Citaro. In einer anregenden Diskussion mit den Teilnehmern erläuterte Herr Maaß die 22 Punkte aus dem Fehlerrückführungsprozess. Die Teilnehmer waren erstaunt, dass der Kundendienst die Probleme so offen darlegte. Gleichzeitig waren sie aber erfreut zu hören, wie ernst Ihre Probleme, die sie vereinzelt auch mit eigenen Fahrzeugen der Verkehrsbetriebe haben, seitens EvoBus genommen werden. Die Zwischenergebnisse aus dem Fehlerrückführungsprozess sind auf der Internetseite der FVM einzusehen.

 

Bei dem anschließenden Besuch im Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg, das sich in den Hallen der historischen Benz Fabrik befindet, hat Herr Seidel in eindruckvollerweise den Werdegang von Carl Benz geschildert. Anschließend konnten die Teilnehmer in den Hallen der ehemaligen Werkstatt die alten Werkzeuge und Werkstatteinrichtungen aus den damaligen Zeiten besichtigen. Des Weiteren waren Autos, Motorräder, Fahrräder und Zubehör aus allen Epochen der Automobilgeschichte zu bestaunen.

 

Bei der Werksbesichtigung konnten die Teilnehmer in der Produktion die Fertigung der Fahrzeuge vom Gerippe bis zum Endprodukt Citaro besichtigen. Nachdem die Rohkarosse fertiggestellt ist, kommt sie komplett in die kathodische Tauchlackierung. Sie schützt den Citaro langfristig vor Korrosion. Bei der Anlage handelt es sich um die größte in Europa, bei der die Rohkarossen mit einem elektrochemischen Verfahren grundiert werden. Weiter geht es an den Fliesbändern, wo nacheinander Solo-, Gelenk- und Hybrid-Busse kundenspezifisch mit Motoren, Getriebe, Achsen und der Innenausstattung komplettiert werden. Bei der anschließenden Besichtigung der Motorenproduktion sahen die Teilnehmer die Herstellung der Motoren von der Gießerei der Motorblöcke bis zum kompletten Motor. Neben den alt bekanten Motortypen wird auch schon der neue Euro VI Motor produziert. Alle Motoren kommen nach der Fertigstellung auf einen der 130 Motorprüfstände zum Probelauf, ehe sie das Werk verlassen.

 

Im Anschluss an einer regen Abschlussdiskussion bedankte sich Herr Fischer, im Namen aller Teilnehmer, bei den Organisatoren der EvoBus GmbH für die Ausrichtung einer wieder einmal hochinteressanten und kurzweiligen Fachtagung.

 

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