Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

03.       Gesamttagung bei der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG

 

Datum:  Sa. 24.04.2010

 

Teilnehmer:  76

 

   Zur diesjährigen Gesamttagung fanden 76 Mitglieder der FVMöV den Weg zur üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG. Eine Menge Informationen über den einladenden Verkehrsbetrieb erwartete alle Teilnehmer. Nach der Eröffnung der Gesamttagung durch Werner Strauch begrüßte Herr Lindenberg die Tagungsteilnehmer, wünschte ihnen einen informativen und interessanten Tagungsverlauf und stellte anschließend die üstra vor.

 

Die üstra, umweltfreundlicher Mobilitätsdienstleister für Hannover

 

   Als Traditionsunternehmen ist die üstra schon seit über 100 Jahren untrennbar mit der Stadt Hannover verbunden. 1892 wurde sie unter dem Namen Straßenbahn Hannover AG gegründet. Mit ihren Stadtbussen und Stadtbahnen gehört die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG heute zur Spitzengruppe der deutschen Nahverkehrsunternehmen. Mit rund 155 Millionen Fahrgästen im Jahr ist sie mittlerweile zum leistungsstärksten Dienstleister für Nahverkehr in Niedersachsen aufgestiegen. Ihre moderne Stadtbahn- und Busflotte sorgt für umweltfreundliche Mobilität. Die Stadtbahnwagen sind wahre Klimaknüller: Der CO2-Ausstoß der Stadtbahn konnte seit 1990 mehr als halbiert werden. Die genutzte Energie erzeugen die Stadtbahnen zum Teil selbst, aus umgewandelter Bremsenergie. Ab 2012 wird die  üstra 50 weitere neue umweltfreundliche Stadtbahnen anschaffen.

   Auch die Busflotte der üstra schont die Umwelt. Die in den vergangenen Jahren angeschafften Fahrzeuge vom TYP URBINO 12 des polnischen Herstellers Solaris erfüllen die höchsten Umweltstandards. Seit Juli 2008 ist die üstra außerdem stolze Besitzerin eines umweltfreundlichen Hybridbusses, der mit Hilfe von zwei Elektromotoren und einem Dieselmotor angetrieben wird.

   Mit gut 38 Millionen Wagenkilometern pro Jahr (Bahn und Bus) und knapp 1.900 Beschäftigten befördert die üstra die Hannoveraner in der Innenstadt tagsüber im 10-Minuten-Takt. Sie kooperiert im Großraum-Verkehr Hannover (GVH) mit der RegioBus Hannover GmbH, der DB Regio AG und der metronom Eisenbahngesellschaft mbH. Der GVH sorgt für ein abgestimmtes Verkehrsnetz und ein einheitliches Tarifsystem.

 

Die silberne und grüne Stadtbahnflotte

 

   Statistisch gesehen nutzen zwei von drei Bewohnern Hannovers pro Tag die grünen und silbernen Stadtbahnen der üstra. Die Stadtbahn Hannover stellt eine Mischung aus U- und Straßenbahn dar. Die Innenstadt wird im Tunnel unterquert, in den Außenbezirken fährt die schnelle Stadtbahn an der Oberfläche so weit wie möglich auf eigenen Trassen. Dieses unabhängige Verkehrsnetz ermöglicht einen pünktlichen und effizienten Betrieb. Das heute rund 120 Kilometer lange Stadtbahnnetz wurde seit 1975 abschnittsweise gebaut. Zu ihm gehören 195 Haltestellen, davon 19 U-Stationen und 89 Haltestellen mit Hochbahnsteigen, sowie 3 Betriebshöfe und eine Betriebsleitstelle. Die insgesamt 291 Stadtbahnwagen legten im letzten Jahr rund 24 Millionen Kilometer zurück.

Zwei Fahrzeugtypen sind heute im Stadtbahnnetz im Einsatz. Seit 1974 fahren die grünen Fahrzeuge vom Typ TW 6000. Die 28,28 Meter langen und 2,40 Meter breiten Fahrzeuge lösten Zug um Zug die klassischen Straßenbahnen ab. Bis 1993 wurden insgesamt 260 achtachsige Stadtbahnwagen für den kombinierten Einsatz im U-Bahn- und Straßenbahnsystem angeschafft. Durch ihre auffällige Farbe haben „die Grünen“ Hannovers Stadtbild mitgeprägt. Heute sind noch 167 grüne TW 6000 im Einsatz. Für die Verkehrsaufgaben zur Expo 2000 wurde die Flotte um 144 silberne Fahrzeuge des neuen Typs TW 2000 erweitert. Diese sind seit 1997 im Einsatz und seitdem immer mehr zum Wahrzeichen Hannovers geworden. Der Wagen ist mit 2,65 Metern breiter und mit 25 Metern kürzer als der TW 6000 und hat nur noch sechs Achsen.

 

Moderner Stadtbus für Hannover

 

   Das Stadtbusnetz der üstra bietet ein effizientes und kundenfreundliches Verkehrsangebot. Mit ihren insgesamt 135 Omnibussen verbindet die üstra mit 39 Linien auf rund 495 Kilometern 683 Haltestellen. Dabei wurden im Jahr 2006 mehr als 12 Mio. Wagenkilometer zurückgelegt. Die neuen Busse sind technisch auf dem neuesten Stand und schonen das Klima. Alle Busse erfüllen den höchsten gängigen Umweltstandard. Mit ihrem bewährten silber-orange-grünen Design fügen sie sich in die üstra-Flotte ein.

   Mit 47 Sitz-, 107 Stehplätzen und zwei Stellplätzen für Rollstuhlfaher kann jeder Bus über 150 Fahrgäste sicher transportieren. Alle neuen Fahrzeuge sind mit einer Videokamera ausgestattet.

   Seit Juli 2008 fährt die üstra einen Hybridbus vom Typ SOLARIS URBINO 18 auf der Linie 124 im Testbetrieb. Dabei überzeugt der 250 PS starke Bus vor allem mit seiner Umweltfreundlichkeit. Da die Elektro- und Dieselmotoren den Bus gleichzeitig antreiben, muss der Dieselmotor nicht auf voller Leistung laufen. Außerdem wird beim Bremsen Energie erzeugt, die auf dem Busdach in einer Batterie gespeichert und den Elektromotoren wieder zur Verfügung gestellt wird. So können der CO2-Ausstoß, der Dieselverbrauch und damit  auch der Ausstoß von Feinstaub, nach Herstellerangaben, jeweils um 20 bis 30 % reduziert werden. Der Hybridbus soll zunächst für ein Jahr getestet werden, bevor über die Anschaffung weiterer Busse entschieden wird.

 

Betriebshöfe und Werkstätten

 

   Der älteste Betriebshof der üstra ist der Betriebshof Glocksee. Hier befinden sich die Betriebsleitstelle und die Hauptwerkstatt der üstra. Außerdem können hier bis zu 88 Stadtbahnen abgestellt werden. Darüber hinaus gibt es die Betriebshöfe Leinhausen und Döhren. Während in Döhren 120 Stadtbahnen Platz finden, können in Leinhausen sogar 144 Bahnen abgestellt werden.

   Der Anfang 2000 fertiggestellte Leinhausener Betriebshof ist Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Er beherbergt eine 2.200 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Rund sieben Prozent des Gesamtstromverbrauchs werden auf den von Leinhausen aus versorgten Stadtbahnstrecken eingespart.

   Auch die größte Waschstraße für die hannoverschen Stadtbahnen ist auf diesem Betriebshof untergebracht: Die grünen und silbernen Wagen werden der Umwelt zuliebe vorwiegend mit Regenwasser gewaschen. Jeder Betriebshof hat eine eigene Werkstatt. Die Mitarbeiter halten die Stadtbahnen in Schuss und reparieren große und kleinere Schäden. Der Unternehmensbereich Anlagen und Technik, der auf dem Betriebshof Glocksee sein Zuhause hat, kümmert sich um die Instandhaltung und Bewirtschaftung der Fahrwege. Ingenieure, Techniker oder Facharbeiter sorgen hier für die Funktionstüchtigkeit und Sicherheit. Dazu gehört zum Beispiel das Schweißen von Weichen und Kurvenschienen, die Wartung von Fahrtreppen und Aufzügen oder die Auswechslung der Fahrdrähte. Darüber hinaus müssen auch die großen technischen Anlagen, die das signalgesteuerte Fahren im Tunnel ermöglichen, regelmäßig gewartet werden.

   Die Hannoveraner sind stolz auf ihr Stadtbahnsystem. Es ist erfolgreich, erfordert aber auch viel Arbeit. Damit für die Fahrgäste ein reibungsloser Ablauf garantiert ist, kümmern sich rund 750 Mitarbeiter des Unternehmensbereichs Stadtbahn rund um die Uhr darum, dass der Verkehr auf den Linien über und unter der Erde reibungslos verläuft. Zum Wohl ihrer Fahrgäste.

 

   Im Anschluss an die Fachvorträge und nach der Aufteilung in drei Fachgruppen konnten sich die Tagungsteilnehmer anhand ausgiebiger Führungen von der Leistungsfähigkeit der üstra selbst überzeugen. Während die Fachgruppe der Kfz-Meister sich die Buswerkstätten sowie einen hochmodernen Solaris Bus U 12 vorführen ließen, konnten sich die Strab-Meister vom reibungslosen Ablauf in der Regiotram- und Hauptwerkstatt überzeugen. Die Fachgruppe der Infrastruktur durften neben einem Rundgang durch verschiedene Werkstätten einen hochmodernen Schienenschleifwagen bei seiner Arbeit begutachten. Im Anschluss einer regen Abschlussdiskussion endete eine für alle Teilnehmer informative und kurzweilige Gesamttagung.

 

 

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