Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

08. Fachtagung bei der Firma BBR in Braunschweig

Datum: Do. 07.10.2010

Teilnehmer: 22

Fachtagung für Strab.- und Infrastruktur Meister

 

Am 7.10.2010 machten sich 22 Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe auf den Weg nach Braunschweig, um sich bei der Fa. BBR über Neuheiten und Entwicklungen im Bereich der Fahrzeug- und Streckenausrüstung bei der Bahnsicherungstechnik zu informieren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch ein Vorstandsmitglied der FVM stellte Herr Dipl.-Ing. Frank-Michael Rösch, wie er selber sagt: “das R im Firmennamen“, des Unternehmen BBR vor:

In den späten  80er Jahren taten sich 3 befreundete Studenten zusammen, um ihre Ideen und Vorstellungen zu  Innovationen in der Verkehrstechnik in die Tat umzusetzen. Im Jahre 1990 wurde die Firma BBR durch die Diplom-Ingenieure Arne Baudis, Thomas Bergmann und Frank-Michael Rösch gegründet und steht seither als inhabergeführtes Unternehmen für Qualität, Kontinuität und Wachstum. Weit über 150 Mitarbeiter bieten heute zahlreichen Kunden im In- und Ausland aus den Bereichen ÖPNV, Privatbahnen und der Bundesbahn eine breite Produktpalette in Leit- und Sicherungstechnik. Durch die Entwicklung, Planung und Fertigung aller Komponenten im eigenen Haus sind die Mitarbeiter schnell und flexibel in der Lage, auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche zu reagieren. Seit der Inbetriebnahme des neuen und modernen Erweiterungskomplexes im Jahr 2000 sind die Voraussetzungen für die Mitarbeiter noch besser geworden, die gesetzten Ziele in Bezug auf Qualität und Innovation zu erreichen.

Im Folgenden wurde dann das Programmspektrum vorgestellt, das sich über Einzelkomponenten, Modulen bis hin zu schlüsselfertigen Anlagen in den Bereichen

            Elektronische Stellwerke

            Elektrisch Ortsgestellte Weichen (EOW)

            Weichensteuerungen und Fahrsignalanlagen

            Induktive Meldungsübertragung

Zugbeeinflussung und

Dynamische Fahrgastinformation

erstreckt.

Durch den modularen Aufbau der Systeme in einer Art Baukastensystem können Kundenwünsche und betriebliche Anforderungen schnell umgesetzt und auch in Systemen anderer Hersteller eingebunden werden. Elektronische Steuerungen im Bereich der BO-Strab und im EBO-Bereich erfüllen je nach Ausführung die hohen Standards bis hin zu AK6 oder SIL4.

 

Besonders eingegangen wurde dann auf die Gleisfreimeldebaugruppen ZEUS-100 WSK und Zeus-300 OTGK.

 

Die ZEUS-100 WSK:

            Entwickelt seit ca.2003.

            Sicheres Erkennen der Eisenmassen eines Fahrzeugs.

            Menügeführte Einstellung und Zustandsanzeige bei einfacher Einstellprozedur.

            Vielfältige Einstellmöglichkeiten bei schwierigen Verhältnissen wie:

                                   Eisenbrücken

                                   Baustahleinbau

                                   und Asymmetrien.

            Es findet eine Überwachung der Amplitude und der Phase statt.

            Die ZEUS-100 WSK hat die Zulassung nach SIL4.

 

An einer aufgebauten Versuchsanlage konnten sich die Meisterkollegen einen Eindruck verschaffen, wie einfach die Abstimmungs- und Einstellarbeiten beschaffen sind:

                        Einstellen der Frequenz zwischen 18Khz und 32Khz.

                        Ermittlung der optimalen Resonanzfrequenz erfolgt automatisch in kürzester Zeit (<10sek).

Individuelle Parametrierung der Belegungsempfindlichkeit (Eisenmassen, Vordämpfung).

Frei- und Belegtmeldung an nachgeschaltete Systeme.

 

Auch die Arbeit und Auswertung bzw. Einstellung mit dem Diagnosetool wurde ausgiebig getestet.

 

 

Im Anschluss wurde die Gleisfreimeldung ZEUS-300 OTGK vorgestellt.

 

 

Die ZEUS-300 FTGK oder OTGK ist voll kompatibel zur Siemens FTG-S. Dadurch ist ein schneller Umbau möglich.

Der Abgleich der OTGK geschieht genauso wie ein Baugruppentausch schnell und einfach.

Bisher befindet sich ZEUS-300 FTGK in den Niederlanden erfolgreich im Einsatz und bei mehreren deutschen Verkehrsbetrieben z.B. in Bielefeld, Mülheim an der Ruhr und Stuttgart, erfolgreich im Test.

Auch hier wurde an einem Versuchsaufbau rege getestet.

 

Anschließend wurde das Elektronische Wagen Identifikationssystem EWIS III vorgestellt:

            Es ist serienreif seit 2010.

            Eine Weiterentwicklung der Systeme EWIS I und EWIS II.

            Es wurde speziell für Anwendung unter Fahrzeugen entwickelt.

            Es werden neue Transpondertypen verwendet.

            Es wird ein Standard IRFID Verfahren verwendet.

Das EWIS III besteht aus:

            BBR Big Tag.

            Gleisantenne (Leseschleife).

            TAG-Lesegerät (TLG).

Die positiven Fakten des BBR- Big TAG sind:

            Wartungsfreiheit und lange Lebensdauer.

            (Re) -Programmierbarkeit mittels PC-Tool.

            Große Leseentfernung.

            Schnelle und sichere Datenübertragung.

            Resistent gegen elektromagnetische Störeinflüsse.

            Schutzart IP 67.

Die Leistungsmerkmale des EWIS III:

            Trägerfrequenz 125 khz.

            Kommunikation über RS-485 Bus.

Baugruppen adressierbar.

Konfigurationsmöglichkeiten.

Mittelfristiger Mischbetrieb und Ersatz der Deister-Lesegeräte.

19“-Baugruppen.

3HE,6TE.

64 pol. Standardstecker.

Die Vorteile des EWIS III:

            Deutlich höhere Übertragungssicherheit auch bei hohen Geschwindigkeiten.

            Witterungsunabhängig.

            Resistent gegenüber bahntypischen Störungen.

            Lieferantenunabhängigkeit durch Standard RFID (Transponder).

            Alte Transponder funktionieren mit alten Lesegeräten.

            Universelle Programmierung der Tag’s.

 

Im Anschluss wurde noch ein kurzer Einblick in das Forschungsprojekt OPTraCom, ein ÖPNV-Fahrzeugnetz auf DNT und W-Lan Basis, gegeben und es wurde der Entwicklungsstand des Modularen Fahrgastinformationssystem MOFIS erläutert.

 

Nach der Fahrt mit einem historischen Omnibus zum neuen Betriebshof der BVAG konnten sich die Meisterkollegen bei einem Rundgang von der Leistungsfähigkeit der verschiedenen BBR-Systeme unter Betriebsbedingungen überzeugen.

 

Nach der Rückkehr zum BBR-Standort und einem sehr informativen Rundgang durch die Fertigungs-und Prüfabteilungen ging eine hochklassige Fachtagung der FVM mit einem herzlichen Dank an die Geschäftsführung der Fa. BBR zu Ende.

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