Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

V2-Pacynski                                                                                                       Rheinberg, den  30.11.2009

 

 

Fachtagung bei der Firma Scheidt & Bachmann in Mönchengladbach

Datum: Do.

 17.09.2009

Teilnehmer:  15

 

   Nach Eintreffen der Teilnehmer begrüßten Herr Uwe Pacynski und Herr Paul Schmitz die Tagungsteilnehmer und eröffneten die Fachtagung. Anschließend gab Herr Schmitz einem umfassenden Überblick über die traditionsreiche Geschichte der Firma Scheidt & Bachmann.

   Seit der Gründung im Jahr 1872 hat sich die Firma Scheidt & Bachmann von Mönchengladbach aus zu einem namhaften Global Player entwickelt. Die Basis für den weltweiten Erfolg des Familieunternehmens bilden der innovative Weitblick und das kundenorientierte Selbstverständnis. So gehört es zur Tradition die Entwicklung des Unternehmens konsequent und langfristig zu planen. Seit den frühen Anfängen als Maschinenbauer wurde immer wieder gezielt in die intensive Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und in eine hochentwickelte Produktionstechnik investiert. So folgte schon bald die Fertigung von Bahnübergangs-, Stellwerks- und Signalanlagen für die Eisenbahn und Anfang der 30er Jahre der Bau von Kraftstoff-Zapfsäulen. Seit den 60er Jahren wurden auch Systeme für Parkhäuser, Schwimmbad- und Freizeitanlagen entwickelt. Der Trend zur Automatisierung des Fahrkartenverkaufs, eröffnete der Firma Ende der 70er einen vierten Unternehmensbereich. Durch das systematische Vorantreiben von Innovationsprozessen hat sich die Firma Scheidt & Bachmann kontinuierlich zu weltweiten Marktführern in diesen vier Vertriebsbereichen entwickelt. Die Systemlösungen für Parkhaus- und Freizeitanlagen, Signalanlagen, Fahrgeldmanagement und Tankstellen erfüllen die global gültigen Standards.  

   Pioniergeist und die konsequente Weiterentwicklung der Produkte haben aus dem ursprünglich reinen Produktionsunternehmen ein internationales Systemhaus gemacht. Dieser Erfolg wurde nicht nur durch die neueste Technik, sondern auch durch die qualifizierten Mitarbeiter ermöglicht. Seit fünf Generationen wird das Unternehmen bereits von der Gründerfamilie geführt und auch viele Mitarbeiter sind der Firma Scheidt & Bachmann generationenübergreifend verbunden.

 

Systeme für Fahrgeldmanagement

 

Stationäre Lösungen          

 

   Für Einsatzfälle, in denen der Verkaufsvorgang komplexe und aufwändige Informations- und Auswahlprozeduren beinhaltet, ist der FAA-2000/TS die richtige Lösung. Moderne Touch-Screen Technologie zur Realisierung der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine hat hier die konventionellen Tasten und Displays abgelöst. Dem Anwender stehen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bei der Gestaltung seiner Applikation zur Verfügung. Damit ist der FAA-2000/TS in seinen Einsatzmöglichkeiten nicht nur auf die Fahrausweistechnik beschränkt. Der FAA2000/TS ist weltweit in vielen Metropolen im Einsatz z. B. New York, Dublin, Kopenhagen, Seattle, Köln. Ein etwas anderer Automat aus der FAA-2000/TS Familie steht seit 2007 in der Schweiz. Auch hier besticht der SBB-spezifische Automat durch alle Vorteile die diese Produktreihe FAA ausmachen, wie einfache Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit.

   FareGates ermöglichen den reibungslosen Wechsel zwischen der frei zugänglichen Zone und dem geschlossenen System des Betreibers. Hierbei dienen Smart Cards oder Magnettickets als Zugangsmedium. In Gegenrichtung genügt das Durchschreiten einer Lichtschranke, um das Gate zu öffnen. Um auszuschließen, dass Kunden dieses System missbrauchen, um Dritte in den geschlossenen Bereich zu schleusen, sind die Gates mit einem ausgeklügelten Alarm-System ausgestattet, welches auch das gleichzeitige Durchschreiten von zwei Personen mit nur einem bezahlten Ticket unterbindet. Um Gehbehinderten und Fahrgästen mit Kinderwagen den einfachen Zutritt zu ermöglichen, gibt es die FareGates entsprechend auch mit breiterem Durchgang.   

   Der Smart Card Entwerter dient der Ein- und Ausgangskontrolle mittels Smart Cards. Er wurde für den Einsatz im Freien konstruiert, ist aber auch auf den Einsatz in Fahrzeugen erweiterbar. Der Smart Card Entwerter beruht auf einem PC-basierten Computersystem, welches den Bedürfnissen im Einsatzbereich von Fahrgeldmanagement-Systemen angepasst ist. Die Rechenleistung ist so ausgelegt, dass auch vorausbezahlte Smart Cards verarbeitet werden können. Die Montage des Smart Card Entwerters erfolgt auf Montagepfosten aus Edelstahl, die mittels Montageplatten im Boden verankert werden. Dabei kann die Höhe der Pfosten so gewählt werden, dass auch Rollstuhlfahrer den Entwerter gut bedienen können.

 

Mobile Lösungen

 

   Der neue Scheidt & Bachmann Fahrscheindrucker FareMaster fasst jahrelange Erfahrung bei der Gestaltung mobiler Fahrgeldmanagementsysteme mit den heutigen Anforderungen der Verkehrsbetriebe zusammen. Der FareMaster ist für den Einsatz auf Bussen konzipiert, kann aber ebenso in stationären Verkaufsstellen eingesetzt werden. Ein modularer Aufbau der Hard- und Software, integriert in ein kompaktes und ergonomisches Gehäuse, ermöglicht eine flexible Anpassung an die individuell erforderlichen Funktionalitäten. Durch die Kombination des Verkäuferdisplays mit einem Touchscreen kann die Bedienoberfläche an die Anforderungen des Betreibers und an die unterschiedlichen Tarifsysteme flexibel und ohne aufwändige Programmierung angepasst werden. Die Farebox hingegen ermöglicht einen schnellen komfortablen Bezahlvorgang in Bussen. Um dies zu gewährleisten, ist sie mit modernster Technik ausgestattet. So kann die Bezahlung bar - mit Münzen, Token oder Scheinen,  sowie unbar - mit Smartcards, Kreditkarten oder Magnettickets, erfolgen. Wechselgeld wird in Form einer Gutschrift auf einem Magnetticket ausgegeben. Kehrt ein Bus ins Depot zurück, werden gesammelte Transaktionsdaten via Funk-LAN an das Hintergrundsystem übermittelt.

   Der mobile Fahrausweisautomat FAA-2000/M wurde speziell für den Einsatz in Bussen und (Straßen-)      Bahnen konzipiert und optimiert. Die einfache Handhabung mit Hilfe der bewährten Touch Screen Technologie erlaubt die schnelle Implementation auch von komplexen Tarifstrukturen. Dem Kunden stehen Münzen und GeldKarte als die beiden im Kurzstreckenbereich meist genutzten Zahlmedien zur Verfügung. Neben den bedruckten Papierfahrscheinen von Rollen besteht im FAA-2000/M zudem die Möglichkeit, vorgeschnittene Papierfahrscheine oder spezielle Smart Cards aus den hierfür konstruierten Ausgabeeinheiten auszugeben. Die modulare Bauweise erlaubt ein Austauschen einzelner Baugruppen auch an Endhaltestellen in kürzester Zeit, so dass eine schnelle Wiederherstellung der Verkaufsbereitschaft im Servicefall gewährleistet ist. Eine Anbindung sowohl offline mit mobilen Datenträgern als   auch online mit Funk-LAN Technologie oder GSM erlaubt eine Übernahme der Verkaufsdaten in das S&B - Hintergrundsystem, wo sie zur weiteren Auswertung zur Verfügung stehen. Mit Hilfe der IBIS-Schnittstelle können standortbezogene Daten als Zusatzinformation auf das Ticket aufgebracht werden.

   Der FAA-2000/C ist ebenfalls für den Einsatz in Bussen und Straßenbahnen konzipiert. Er beschränkt sich dabei allerdings auf einen rein bargeldlosen Zahlungsvorgang. Da dieser auf eine Bargeldverarbeitung verzichtet, kann er deutlich kleiner und kompakter gebaut werden und ist somit das ideale Gerät für den mobilen Einsatz.

 

Bahnübergangstechnik BUES 2000 der 2.Generation

 

   Die BUES 2000 ist ein Steuerungssystem für Bahnübergangsanlagen, das erstmals vollständig aus elektronischen Bauelementen besteht. Durch ein Multirechnersystem wird eine Sicherheitsstruktur aufgebaut, die die Steuerung aller Prozesse wie sicheres Erfassen, Verarbeiten, Auswerten und Ausgeben von Informationen sowie erstmals eine detaillierte Diagnoseschnittstelle zu Wartungs- und Servicezwecken ermöglicht. Durch den modularen Systemaufbau ist eine schnelle Anpassung an die jeweilige Überwachungs- und Anwendungsvariante des Bahnüberganges möglich. Die Ansteuerung und Überwachung aller Wirkelemente am Bahnübergang erfolgt vollelektronisch. Durch die Kompatibilität zu alten und neuen Anlagenkomponenten ist die BUES 2000 nicht nur als Neubautechnik, sondern auch in bestehenden Bahnübergangsanlagen einsetzbar. Innerhalb der Ebenen mit signaltechnisch sicherheits-relevanten Aufgaben wurde Aufgabenverteilung auf verschiedene Module vorgenommen. Diese sind hauptsächlich das Zentralmodul für die Koordinierung und Steuerung des BÜ-Prozesses, das Licht / Schrankenmodul zur Steuerung und Überwachung von Lichtpunkten sowie das Gleismodul für die Aufnahme und Weitergabe aller vom Gleis und damit zusammenhängenden eingehenden Informationen, wobei die Veränderung der Modulanzahl je nach Anlagenausbau grundsätzlich möglich ist. Jedes Modul stellt prinzipiell eine Rechnereinheit dar, deren Wirkkomponenten über eine intelligente Feldebene angekoppelt sind. Die Verwaltungsebene realisiert nicht signaltechnisch sicherheitsre­levante Aufgaben wie Diagnose. Dazu wird ein Diagnosemodul, bestehend aus einem IBM-kompatiblen PC, in den System­kern integriert. Dieses entnimmt rückwirkungs­frei dem System Informationen, deco­diert die Daten und nimmt eine erste Bewertung vor. Aufbauend auf diesen detaillierten Daten konnte erstmals auch ein gezieltes Wartungs- und Servicekonzept entwickelt werden.

 

 

 

 

Besichtigung der Fertigungsstätten

 

   Eine ausgiebige Besichtigung der Fertigungsbereiche Metallbearbeitung, Leiterplattenbestückung und Endmontage rundete diese außerordentlich interessante Fachtagung ab. Darüber hinaus wurden den Tagungsteilnehmern, je nach Fachbereich, praktische Vorführungen zum Thema „Signaltechnik“ bzw. „Fahrgeldmanagement“ angeboten.    

 

 

 

Uwe Pacynski, Rheinberg

 

3 Abbildungen  ( Bild 1-3 )

 

Fotos:    Firma Scheidt & Bachmann, Mönchengladbach

 

Besucher

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.