Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Fachtagung für Strab- und Kfz.-Meister mit der Firma Hella KGaA Hueck & Co. in Lippstadt. Datum: Di. 25.08.2009

Teilnehmer: 12

 

Nach Eintreffen der Teilnehmer und Begrüßung durch den ehemaligen Vorsitzenden der Freien Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V. Helmut Palmen, stellte Herr Giernoth das Unternehmen Hella KGaA Hueck & Co. vor.

Seit mehr als 100 Jahren bringt Hella Licht auf die Straße. Was mit Lampen und Laternen für Kutschen, Fahrräder und Fahrzeuge begann, hat sich längst zu einem innovativen Technologie-Unternehmen entwickelt. Hella leuchtet heutzutage in vielen Bereichen mit fortschrittlichen Ideen. Licht, Elektrik, Elektronik, Thermo Management, Diagnose – all das gehört zum Portfolio des weltweiten Konzerns. Die Basis des Erfolgs liegt dabei vor allem im Technologie-Know-how. Der Automobilzulieferer entwickelt und fertigt Komponenten und Systeme der Lichttechnik und Elektronik für die Automobilindustrie. In Joint-Venture-Unternehmen entstehen darüber hinaus komplette Fahrzeugmodule, Klimasysteme und Bordnetze. Hella verfügt über eine der weltweit größten Handelsorganisationen für Kfz-Teile und Zubehör mit eigenen Vertriebsgesellschaften und Partnern in mehr als 100 Ländern. Der Umsatz des Hella-Konzerns liegt bei 3,9 Milliarden Euro. Hella zählt zu den Top 50 der weltweiten Automobilzulieferer sowie zu den 100 größten deutschen Industrieunternehmen. Weltweit sind über 25.000 Menschen in 70 Fertigungsstätten, Produktions-Tochtergesellschaften und Joint Ventures in 18 Ländern beschäftigt. Mehr als 3.500 Ingenieure und Techniker arbeiten konzernweit in Forschung und Entwicklung. Zu den Kunden zählen alle führenden Automobil- und Systemhersteller sowie der Kfz-Teilehandel.

Einige Höhepunkte der Entwicklungsgeschichte:

·       1899 Das Produktprogramm besteht aus Kerzen- und Petroleum-Lampen.

·       1924 Abblend- und Fernlicht als symmetrisches Licht aus einem Scheinwerfer durch die Zweifaden-Glühlampe

·       1962 Hella bringt Zusatzscheinwerfer mit Halogenlampe auf den Markt.

·       1965 Der erste Abblend- und Fern-Scheinwerfer mit zwei Halogen-H1-Glühlampen. Mit dem ersten elektronischen Blinkgeber beginnt das Zeitalter der Elektronik im Kraftfahrzeug

·       1983 Duroplastische Kunststoffe ermöglichen neue Scheinwerfer-Reflektoren. Hella präsentiert den DE-Projektionsscheinwerfer.

·       1992 Xenon-Scheinwerfer der ersten Generation gehen in Serie.

·       1994 Einführung der ersten Hochgesetzten Bremsleuchte auf LED-Basis.

·       1996 Hella stellt ein Scheinwerfer-System mit umschaltbarem DE-Modul für Abblend- und Fernlicht vor.

·       1999 Erster Bi-Xenon®- Scheinwerfer geht in Serie.

·       2003 Hella bringt das jeweils weltweit erste Abbiegelicht und dynamische Kurvenlicht sowie beides in Kombination in die Serienproduktion.

·       2004 Hella integriert LED-Tagfahrlicht erstmals in Scheinwerfer.

·       2005 Vorstellung des ersten Voll-LED-Scheinwerfers mit Xenon-Performance im Abblendlicht.

 

Nach dem Informativen Vortrag, konnten sich die Teilnehmer im Lichtkanal selbst von der Entwicklung der Fahrzeugbeleuchtung ein Bild machen. Der Lichtkanal selbst ist ein 140 Meter langer Tunnel, in dem der Eindruck entsteht, man befinde sich auf einer nächtlichen Landstrasse. Eindrucksvoll wurde dort die Entwicklung der verschiedenen Beleuchtungssysteme vom ersten Scheinwerfer mit Bilux-Lampe Sichtweite 20 Meter bis zum LED-Scheinwerfer mit einer Straßenausleuchtung bis 140 Meter demonstriert.

Die neuste Scheinwerfergeneration mit dem AFS „Adaptive-Frontlighting-System“ bietet eine automatische Lichtsteuerung und erlebbare Funktionalitäten, die die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich erhöhen.

Das dynamische Kurvenlicht ist eine gut erkennbare Lichtfunktion mit einem hohen Nutzen für den Endkunden. Der Lichtkegel kann in Abhängigkeit zu dem Zeitpunkt des durchfahrenen Kurvenradius und der gefahrenen Geschwindigkeit um bis zu plus/minus 15 Grad geschwenkt werden. Diese Funktion wird mit einem Projektionsmodul realisiert, welches in einen Rahmen eingebaut ist, das sich um die vertikale Achse drehen lässt. Die Lichtverteilung entspricht dem jeweiligen Lenkwinkel, so dass der Autofahrer beim Einlenken den Kurvenverlauf frühzeitig erkennt. Entsprechend kann er seine Fahrweise anpassen.

Für größere Kurvenradien wie auf Autobahnen oder kleinere Kurvenradien z. B. Landstrassen ist es zu empfehlen, das dynamische Kurvenlicht durch ein zusätzliches statische Kurvenlicht/Abbiegelicht zu unterstützen. Es wird dem Abblendlicht automatisch und in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit hinzugeschaltet, wenn der Fahrer den Blinker für das Abbiegen betätigt oder durch enge Kurven fährt. Ein Steuergerät wertet die Parameter Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Blinksignal aus. Mit dieser Funktion entstehen in Abbiegesituationen oder beim Rangieren keine so genannten schwarzen Löcher mehr.

Im Jahr 2006, hat Hella das Thema fahrsituationsabhängige Fahrbahnausleuchtung, auch „Voll-AFS“ genannt, als erster auf den Markt gebracht. Durch adaptive Lichtverteilungen wird der Straßenverlauf dem Bedarf entsprechend optimal ausgeleuchtet. Hella realisiert dies mit einem schwenkbaren VarioX®-Modul, welches aufgrund einer Freiflächenwalze fünf unterschiedlichen Lichtverteilungen erzeugen kann: Stadtlicht, Landstraßenlicht, Autobahnlicht, Schlechtwetter- und Fernlicht.

·       Das Stadtlicht kommt in einem beleuchteten Umfeld und bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h zum Einsatz. Es ermöglicht aufgrund der verbreiteten und symmetrischen Lichtverteilung ein frühzeitiges Erkennen von Fußgängern und Objekten.

 

·       Das Landstraßenlicht gewährleistet neben einer weiten Ausleuchtung der eigenen Fahrbahn auch eine verbesserte Ausleuchtung der Seitenbereiche bei Überlandfahrten.

 

·       Das Autobahnlicht besitzt eine höhere Reichweite im Zentrum für weite Sicht. Zusätzlich wurde die Asymmetrie, als Ursache der Blendung entfernt, die auf Autobahnen für den überholten Verkehr störend ist.

 

·       Das Schlechtwetterlicht wird im Falle einer nassen Fahrbahn z. B. durch Regen oder Schneefall eingesetzt. Die breite Lichtverteilung, leicht nach außen geschwenkt, ermöglicht eine bessere Orientierung am Fahrbahnrand. Darüber hinaus wird die Blendung des Gegenverkehrs durch das von der Strasse reflektierte Licht reduziert.

 

·       Das Fernlicht und das dynamische Kurvenlicht bleiben davon unberührt.

 

·       Mittels eines Bi-Xenon®-Moduls sind auch die Voll-AFS-Funktionen in leicht abgewandelter Form realisierbar.

Motto: In Fahrzeugen unter schlechten Sichtbedingungen gut sehen und gesehen werden.

 

Bei dem anschließenden Rundgang in einer Montagehalle konnten die Teilnehmer sehen wie aus vielen Einzelteilen ein Scheinwerfer zusammengesetzt wird. Die Teile für die Scheinwerfer, vom kleinen Zahnrad für die Leuchtweitenregulierung bis zur Streuscheibe aus Kunststoff stellt die Firma Hella in eigenen Produktionsstätten selbst her. Neben der Serienproduktion für Grossaufträge, gibt es auch Arbeitsplätze mit flexiblen Montageteams für kleinere Aufträge.

 

 Im Anschluss an eine rege Abschlussdiskussion bedankte sich Helmut Palmen, im Namen aller Teilnehmer, bei den Herren Giernoth und Plitt für die Ausrichtung einer wieder einmal hochinteressanten und kurzweiligen Fachtagung.

 

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