Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

 

05.   Gesamttagung und Hauptversammlung bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG

 

Datum: 25.04.2009

 

Teilnehmer:  70 Kollegen

           

Gesamttagung

 

   Zur diesjährigen Gesamttagung mit Hauptversammlung fanden 70 Mitglieder der FVMöV den Weg zur Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG. Eine Menge Informationen über den einladenden Verkehrsbetrieb erwartete alle Teilnehmer. Als wichtigster Punkt der Hauptversammlung musste der Vorstand neu gewählt werden.

   Nach der Eröffnung der Gesamttagung durch Helmut Palmen begrüßte Herr Bader die Tagungsteilnehmer bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG und wünschte ihnen einen informativen und interessanten Tagungsverlauf.

 

KVG, Bewegung für die „Großstadt im Grünen“

 

   In seinem Vortrag stellte Herr Bader den Meisterkollegen die KVG als ein Nahverkehrsbetrieb in Nordhessen vor, der Bewegung in die „Großstadt im Grünen“ bringt.

   Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG gehört der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH an, die ein Unternehmen der Stadt Kassel ist. Die Holding versteht sich als Umweltkonzern und ist das Dach für die Städtische Werke AG, die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG, die Kasseler Fernwärme GmbH, der Müllheizkraftwerk Kassel GmbH, der Gesellschaft für Telekommunikation mbH und der KVV Bau- und Verkehrs-Consulting Kassel GmbH.

   Das Tochterunternehmen Kasseler Verkehrs-Gesellschaft Aktiengesellschaft besteht seit 1897. Mit 6 Lokal- und 3 Regional-Straßenbahnlinien sowie 16 Lokal- und 24 Regional-Buslinien erschließt die KVG die Stadt Kassel und das Umland umweltfreundlich. 77 Omnibusse und 79 Straßenbahn-Fahrzeuge sowie 28 Regiotram-Fahrzeuge, mit Elektro- und Dieselantrieb, sind täglich unterwegs, wobei der größte Teil des Fuhrparks aus Niederflurfahrzeugen besteht. Mit 695 Mitarbeitern, 375 km Buslinien und 104 km Straßenbahnlinien wird die Mobilität der Menschen in und um Kassel sichergestellt. Kooperationen mit den Partnern Regionalverkehr Kurhessen (RKH) und Kassel-Naumburger Eisenbahn AG (KNE) stellen sicher, dass weitere Verbindungen von und nach Kassel geschaffen werden.

   Die Produkt-, Verhaltens- und Servicequalität der KVG werden ständig verbessert, um den Wünsche und Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Im Jahr 2008 nutzten 42 Millionen Fahrgäste das Leistungsangebot der KVG. Das Unternehmen ist bestrebt, in den kommenden Jahren die Zahl der beförderten Fahrgäste weiter zu erhöhen. Das primäre Ziel der KVG ist es, den Menschen in der Stadt Kassel und in der Region auch im neuen Wettbewerb einen attraktiven, kundenorientierten öffentlichen Personennahverkehr anbieten zu können, der durch Schnelligkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit geprägt ist.

 

Kurze Wege in der Kasseler City

   Die RegioTram-Station im Hauptbahnhof ist die Schnittstelle zwischen Straßenbahn- und Eisenbahnnetz. Unmittelbar hinter dem Hauptbahnhof, im Gleisvorfeld, befindet sich die Stelle, an der die RegioTram-Fahrzeuge während der Fahrt ihr Stromsystem, den Funkkanal und auch die Sicherungstechnik von Straßenbahn- auf Eisenbahnbetrieb umschalten. Im Hauptbahnhof selbst wechseln die Fahrzeuge von Elektro- auf Dieselbetrieb, um anschließend auf die nicht elektrifizierte Strecke nach Wolfhagen fahren zu können. Da durch die Stadt und besonders durch die Fußgängerzone, Doppeltraktionen im Berufsverkehr nur außerhalb der Geschäftszeiten verkehren sollten, werden diese Fahrzeuge im Kasseler Hauptbahnhof entkoppelt und fahren dann auf unterschiedlichen Wegen in die Innenstadt. In Richtung Innenstadt werden die Fahrten somit nur kurzzeitig unterbrochen und gewährleisten, dass auch die Fahrgäste der RegioTram kurze Wege in die Kasseler City haben.

Mobil ohne Barrieren

   Bei der Ausstattung der Fahrzeuge und Haltestellen achtet die KVG besonders darauf, dass diese von allen Fahrgästen genutzt werden können. Die Basis hierfür bildet ein sogenanntes Niederflursystem. Fahrzeuge und Haltestellen sind so aufeinander abgestimmt, dass ein Ein- und Aussteigen niederflurig, also nahezu ebenerdig, möglich ist. Von den 104 Tram-Haltestellen Kassels sind 95 Prozent niederflurgerecht ausgebaut. Damit liegt Kassel deutschlandweit an der Spitze. Bei den Bushaltestellen, davon gibt es in Kassel 319, liegt der Prozentsatz bei ca. 40%. Doch auch hier sollte sich der Stand in den kommenden Jahren weiter verbessern. 73 Prozent der Straßenbahnen in Kassel sind Niederflurbahnen. Bei den Bussen liegt der Niederfluranteil der KVG-Flotte mittlerweile bei 100 Prozent. Um für alle Fahrgäste attraktiv zu sein, beteiligt sich die KVG seit vielen Jahren auch an der Entwicklung neuer Techniken und Materialien.

   Mit der Verleihung des „Hessischen Schienenpreises 2002“ vom Fahrgastverband Pro Bus & Bahn e. V. wurde die KVG für herausragende Leistungen im öffentlichen Personennahverkehr Kassels und des Kasseler Umlandes gewürdigt. Insbesondere wurden die Anschlussgarantie, der behindertengerechte Ausbau von Haltestellen und ihre Informationspolitik gegenüber ihren Kunden herausgestellt. Für das Unternehmen ist dies ein weiterer Ansporn, auch in Zukunft den an die KVG gestellten Erwartungen gerecht zu werden.

   Im Anschluss an diesen Vortrag wurden die anwesenden Meisterkollegen in die Fachgruppen KOM, STRAB sowie Infrastruktur aufgeteilt. Während die Kfz- und Strab-Kollegen die Gelegenheit hatten, die Bus- bzw. Regiotramwerkstätten auf dem Betriebshof Sandershäuser Straße in Augenschein nehmen zu dürfen, hatten die Kollegen der Infrastruktur die Gelegenheit, im Anschluss an eine Fahrt mit einer Regiotram, die Systemwechselanlage am Hauptbahnhof besichtigen zu können.

 

Ausbau des Betriebshofes Sandershäuser Straße

 

   Der ursprüngliche Bus-Betriebshof Sandershäuser Straße wurde in den letzten Jahren zu einem zentralen Standort für Busse, Straßenbahnen und Regiotram ausgebaut. Neben dem zentralen Standort für den gesamten Bus- und RegioTrambetrieb, ist dieser Betriebshof auch ein zusätzlicher Standort für Straßenbahnfahrzeuge. Hier beginnen und enden zahlreiche Verkehre.

   Moderne Werkstätten, Lager, Büros und Anlagen ermöglichen wirtschaftliche Abläufe und bieten ergonomische Arbeitsplätze für ca. 250 Mitarbeiter. Auf einer Grundstücksfläche von 31.800 qm und einer bebauten Fläche von 10.850 qm werden 79 Busse, 20 Straßenbahnen sowie 28 RegioTrams abgestellt, gereinigt und instandgesetzt.

   Der Bau und die Inbetriebnahme einer Abstellanlage und einer Hauptwerkstatt für RegioTram-Fahrzeuge, sowie die Einrichtung eines Kompetenzcenters für Fahrgastinformationsgeräte und Fahrscheinverkaufsanlagen, im Jahr 2007, war die Voraussetzung für eine weitergehende Sicherung der bisherigen Verkehrsaufgaben im Bus- und Straßenbahnbetrieb sowie eine Beteiligung am RegioTram-Betrieb.

   Bei dem Bau und der Gestaltung wurden auch ökologische und städtebauliche Aspekte berücksichtigt. Verwirklicht wurden begrünte Dächer, Photovoltaikanlagen und eine ansprechende Freiflächengestaltung.

 

Hauptversammlung mit Vorstandswahlen

           

   Mit der Eröffnung der Hauptversammlung durch Helmut Palmen begann der zweite Teil der Tagung. Zunächst bedankte sich Helmut Palmen beim Vorstand und den Kollegen der KVB, insbesondere bei unserem Meisterkollegen Ralf Pfeiffer, für die Gastfreundlichkeit, für die interessanten Besichtigungen und Referate sowie für die geleistete Arbeit im Vorfeld dieser Gesamttagung.

   Im Anschluss daran gaben Helmut Palmen und Werner Strauch den Rechenschaftsbericht für den Zeitraum von Mai 2007 bis April 2009 ab. Dabei wurden die folgenden Themen schwerpunktmäßig angesprochen:

 

·         In diesem Zeitraum wurden zahlreiche Sitzungen des geschäftsführenden Vorstandes, insgesamt vier Gesamtvorstandssitzungen, zwei Redaktionskonferenzen und zwei Sprechertagungen durchgeführt.

·         Im gleichen Zeitraum wurden fachlich gute Tagungen für die einzelnen Fachgruppen, aber auch zahlreiche gemeinsame Tagungen, durchgeführt.

·         Durch die Aufnahme zweier Meisterkollegen von der Berliner Verkehrs AG wurde die Zahl der Mitgliedsbetriebe weiter angehoben.

·         In 2008 waren 385 Meisterkollegen Mitglied in der Vereinigung.

·         Auch in den Jahren 2008 und 2009 ist die Informationsschrift Intern erschienen.

·         Die Homepage der Vereinigung unter „www.fvm-ev.de“ wurde überarbeitet und neu gestaltet.

·         Für die Redaktionsarbeit an der Intern wurden zwei neue Laptops angeschafft.

·         Den anwesenden Kollegen wurde ein Überblick über die noch verbleibenden Fachtagungen für das Veranstaltungsjahr 2009 gegeben. 

 

   Um zukünftig besser auf die Wünsche und Anregungen aller Mitglieder bei der Gestaltung der Tagungen reagieren zu können, hat der Vorstand bereits auf den letzten Sprechertagungen damit begonnen, die Sprecher aber auch jeden einzelnen Kollegen, Anhand von Fragebögen, an der Gestaltung der Fachtagungen für das Veranstaltungsprogramm 2009 zu beteiligen. Durch die Mitarbeit aller Mitglieder wird es dem Vorstand möglich sein auch zukünftig für alle Kollegen ein ausgewogenes und interessantes Jahresprogramm zu erarbeiten.

   Der 1.Kassierer Klaus-Peter Titze gab seinen Kassenbericht für das Jahr 2008 ab. Anhand einer übersichtlichen Bilanz stellte er die Einnahmen und die Ausgaben, für jeden nachvollziehbar, gegenüber. Nachdem der Kassenprüfer Hans-Peter Boschen ihm eine einwandfreie Buchführung bescheinigte, beantragte er dem 1.Kassierer die Entlastung zu erteilen. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

   Rainer Albrecht wurde von Helmut Palmen gebeten, zur Entlastung des Vorstandes sowie zur Neuwahl des 1.Vorsitzenden, die Versammlungsleitung zu übernehmen. Nach einem kurzen Dank an den Vorstand für die geleistete Arbeit, beantragte er den Vorstand zu entlasten. Die Entlastung erfolgte ebenfalls einstimmig.

   Anschließend veranlasste er die Neuwahl des 1.Vorsitzenden. Die Wahl der Vorstandsmitglieder, der Beisitzer sowie der Kassenprüfer brachte folgendes Ergebnis:

 

1. Vorsitzender                       Werner Strauch                     Essen

2. Vorsitzender                       Uwe Pacynski                        Duisburg

1. Kassierer                            Klaus-Peter Titze                  Dortmund

2. Kassierer                           Joachim Knuppertz                Düsseldorf

1. Schriftführer                       Harald Sonntag                      Wuppertal

2. Schriftführer                       Bernd Rosenbaum                Köln

Beisitzer                                 Klaus-Peter  Benner              Mülheim

Beisitzer                                 Klaus Buchheimer                 Darmstadt

Beisitzer                                 Jürgen Engelhard                   Bonn

Beisitzer                                 Manfred Fischer                     Essen

Beisitzer                                 Alfred Malinowski                  Krefeld

Beisitzer                                 Werner Marczak                    Herne

1. Kassenprüfer                     Ulrich Holley                         Essen             

2. Kassenprüfer                     Dietmar Klar                          Düsseldorf

                  -

   Der Vorstand, die Beisitzer wie auch die Kassenprüfer wurden ohne Gegenstimme gewählt. Der neue 1. Vorsitzende Werner Strauch bedankte sich, auch im Namen seiner Vorstandskollegen, für das ausgesprochene Vertrauen und versicherte, die Vorstandsarbeit in gewohnter Weise, zum Wohl der Vereinigung fortzuführen.   

   Nachdem Helmut Palmen, durch den neuen Vorstand für seine, geleistete Vorstandsarbeit, zum Wohl der Vereinigung, geehrt wurde, bedankte sich Werner Strauch nochmals bei allen Mitarbeitern der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG für die tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung und der Durchführung der Gesamttagung und der Hauptversammlung.

 

Uwe Pacynski, Rheinberg                                                                Bilder:  Werner Strauch, Essen

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