Freie Vereinigung der Meister öffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.
Freie Vereinigung der Meisteröffentlicher Verkehrsbetriebe e.V.

Fachtagung der freien Meistervereinigung am 3. und 4. Februar 2009 in Wittlich bei Goodyear Dunlop

 

Im Februar stand bei der Fachtagung der Kfz-Meister das Produktportfolio des Reifenherstellers Dunlop für den Citybus-Bereich im Mittelpunkt. Dafür waren die Teilnehmer der Einladung des Reifenherstellers zum Produktionsstandort Wittlich  gefolgt.

 

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der freien Meistervereinigung Helmut Palmen und Hans-Burkhard Brandt, Verkaufsleiter Nord der Dunlop Goodyear Tires Germany GmbH, bot Herr Brandt einen Überblick über die deutsche Tochter Goodyear Dunlop.

 

Die Goodyear Gruppe ist weltweit tätig und produziert unter verschiedenen Markennamen Reifen für alle gummibereiften Verkehrssysteme. Der Konzern besitzt über 60 Fabriken in 26 Ländern und gilt als der größte Reifenkonzern der Welt. 2007 produzierten die 70.000 Mitarbeiter rund 202 Millionen Reifen und erzielten damit einen Umsatz von 19,6 Milliarden US-Dollar.  

 

Rund 7.400 Menschen beschäftigt die Goodyear Dunlop Tires GmbH in Deutschland.  An sechs Standorten erfolgt die Herstellung von rund 30 Millionen Reifen jährlich. Die europäischen Zentrallager und Logistikzentren befinden sich in Phillipsburg (PKW-Reifen) und dem Ort der Tagung, in Wittlich (LKW-Reifen). Wichtigste Marken sind hierzulande Goodyear, Dunlop, Fulda und Pneumant.

 

 

Unter dem Namen „Fleet First“ wartet das Unternehmen mit einem umfassenden Reifenmanagement für Flottenkunden auf und wirbt dafür mit einer breiten Produktrange und einem hohem Qualitätsanspruch an die Neureifen sowie an die Runderneuerung. Mit Fuhrparkanalysen, Flottenbetreuung und technischer Unterstützung vor Ort will der Reifenhersteller die wirtschaftlichen Interessen der Verkehrsunternehmen unterstützen. Um auch bei überregionalen Verkehren eine hohe Verfügbarkeit sicher zu stellen, bietet Goodyear Dunlop einen 24-Stunden-Pannenservice und ein europaweites Abrechnungssystem.

 

 

Abnutzungsfestigkeit für Citybusreifen entscheidend

 

Abgestimmt auf die Interessenlage der Freien Meister informierte Dunlop-Produktmanager Harry Schneider über die Konstruktionsmerkmale eines Citybusreifens.

„Verschiedene Anwendungen haben unterschiedliche Leistungsanforderungen an einen Reifen“, klärte er die Teilnehmer auf. Daher werden Reifen für ihren speziellen Einsatzzweck konzipiert. Eine optimale Abstimmung auf die jeweiligen Betriebsanforderungen entscheidet über die Wirtschaftlichkeit eines Reifens.

 

Schneider erklärte, worauf es beim Citybusreifen ankommt. Eine hohe Abnutzungsfestigkeit mit einer geringen Seitenwandabnutzung steht im Vordergrund. Weiterhin muss der Stadtbusreifen eine hohe Tragfähigkeit und einen guten Fahrkomfort bieten. Auch die Runderneuerungsfähigkeit ist zu bedenken. Weniger wichtig seien dagegen Hochgeschwindigkeitsfestigkeit, Kerbzähigkeit oder Rollwiderstand. Sie spielen bei der Gestaltung eines Stadtbusreifens eine untergeordnete Rolle.

 

In der anschließenden Diskussion bestätigten die Tagungsteilnehmer die Einschätzung des Reifenherstellers. Dennoch gab es auch einen Verbesserungswunsch von den Vertretern der Nahverkehrsunternehmen: Um selbst  eine verlässliche Aussage über den Seitenwandverschleiß machen zu können, soll die Seitenwand nach Möglichkeit mit Lochindikatoren ausgestattet werden.

Als weniger bedeutsam erachteten die Freien Meister die Nachschneidefähigkeit eines Stadtbusreifens, da meist nach dem Verschleiß der Lauffläche sofort eine Runderneuerung der Karkasse erfolgt.

 

Insbesondere der neue Reifen Dunlop SP372 mit M+S-Kennzeichnung hinterließ bei den Teilnehmern der Veranstaltung einen positiven Eindruck. Ob er letztlich überzeugt, muss die Praxis in den Verkehrsunternehmen zeigen. Der Preis, aber auch die technische Betreuung vor Ort durch den Hersteller sind aus der Sicht der Freien Meister wichtige Akzeptanzkriterien.

 

 

Runderneuerte Reifen schonen Ressourcen

 

Dirk Feldhausen, Dunlop-Verantwortlicher für das Runderneuerungsgeschäft, stellte die verschiedenen Runderneuerungssysteme des Herstellers vor. Vieles spreche für die Runderneuerung: Sie kann die Lebensdauer eines Reifens verlängern, die Wirtschaftlichkeit steigern und die Umwelt entlasten. Denn nur 20 Prozent der in einem Reifen verarbeiteten Rohstoffe werden durch Abnutzung der Lauffläche verbraucht. Durch die werkseigene Runderneuerung mit der Bezeichnung „Next Tread“ bleiben auf den originalen Dunlop-Karkassen die Profile und die Laufflächenmischungen erhalten.

Dunlop unterscheidet zwischen heiß- und kalterneuerten Reifen. Heißerneuerte Reifen werden wie Neureifen mit derselben Technik von Wulst zu Wulst formgeheizt. Optik und Qualität entsprechen der eines Neureifens. Für den Verkehrsbetrieb sind die neu aufgebrachten Seitenwandverstärkungen besonders nützlich. Dadurch wird die gleiche Abriebsfestigkeit und Laufleistung wie bei Neureifen erzielt. Ein weiteres Plus: Heißerneuerungen sind nachschneidbar und erneut runderneuerungsfähig.

 

Beim vorgestellten Kalterneuerungsverfahren „Next Tread Unicircle“ wird ein präziser Laufstreifenring mit Hilfe einer speziellen Belegeeinrichtung auf die vorbereitete, geraute Dunlopkarkasse gesetzt. Karkassen von anderen Herstellern können bei Dunlop nicht mit diesem Verfahren runderneuert werden. Auch bei der Kalterneuerung können die bekannten Dunlop-Profile für den Stadtbusbereich hergestellt werden.

 

Keine Standards für “M+S“-Bezeichnung

 

Abschließend sensibilisierte Harry Schneider die Tagungsteilnehmer für eine gesetzliche Forderung aus der Straßenverkehrsordnung (STVO). Denn was es bedeutet, die Ausrüstung der Kraftfahrzeuge an die Wetterverhältnisse anzupassen, ist keineswegs eindeutig.

 

Bei vielen Verkehrsunternehmen herrscht Unsicherheit über die gesetzeskonforme Bereifung. Winterreifen sind in allen europäischen Ländern durch die Zusatzkennzeichnung „M+S“ (Matsch+Schnee, Mud+Snow) definiert. Die M+S- Beschriftung garantiere bei den verschiedenen Herstellern jedoch keine vergleichbaren Leistungen bei winterlichen Bedingungen, klärte Schneider auf. Das heißt, die M+S-Beschriftung ist nicht geschützt. Jeder Hersteller kann seine Reifen in Eigenverantwortung entsprechend kennzeichnen. Nach Aussage von Dunlop fordert der Gesetzgeber nur die Ausrüstung der Antriebsachse mit M+S-Bereifung. An der Lenkachse sind für „durchschnittliche mitteleuropäische Witterungsverhältnisse“ normale Lenkachsreifen zulässig.

 

Jeder Verkehrsbetrieb muss dennoch nach Prüfung seiner topografischen Lage und Anforderung für sich darüber entscheiden, ob auch an die Lenkachse mit M+S-Reifen montiert werden. Beim Hersteller Dunlop ist das der neue SP372 City.

 

Nach einer ausführlichen und sehr informativen Besichtigung der Produktionsstätten für Nutzfahrzeugreifen trafen sich alle Teilnehmer zu einer Abschlussdiskussion mit den Verantwortlichen aus dem Hause Dunlop. Hans-Burkhardt Brandt und Harry Schneider lobten die offenen und konstruktiven Gespräche mit den Meistern und  nahmen die vielen Informationen und Anregungen gerne entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

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