Blomberg – Ein kleiner Ort im Lipperland ist der Hauptsitz der PHOENIX CONTACT. Mit Phoenix Klemmen hat eigentlich schon jeder in der Elektroindustrie gearbeitet. Wer kennt nicht die Reihenklemmen die im Laufe der Jahre immer wieder verbessert wurden. Aber das ist nicht alles was von PHOENIX CONTACT kommt. Das durften 15 Meister erfahren als sie am 16.10.2008 anlässlich einer Fachtagung der freien Meistervereinigung mit der Firma PHOENIX CONTACT in Blomberg waren.
Nach der Eröffnung der Fachtagung gab zunächst Herr Kirsch einen Überblick über die Firmengeschichte. Angefangen hat alles 1923 in Essen. Hugo Knümann gründete in diesem Jahr eine Handelsvertretung für Fahrleitungsarmaturen von Straßenbahnen. Zu jener Zeit erlebten diese elektrischen Verkehrsmittel ihren großen Aufschwung. Zusammen mit dem Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerk wird die Idee einer anreihbaren Verbindungsklemme umgesetzt, die heutige Reihenklemme. Unter dem Namen Phoenix Elektrizitätsgesellschaft wird die Reihenklemme, die zuerst aus Keramik bestand, entwickelt, gelagert und vertrieben. 1943 wird das Essener Firmengebäude durch einen Luftangriff zerstört. Man siedelt in ein Übergangsquartier, das Gasthaus „Bürgerheim“ in Blomberg. 1966 wird dann endgültig der Firmensitz von Essen nach Blomberg verlegt. Durch Innovation und Expansion ist in über 80 Jahren ein weltweit bedeutendes Unternehmen entstanden das heute über 10.000 Mitarbeiter beschäftigt und über eine Milliarde Umsatz macht.
Erstaunt waren alle Teilnehmer von der hohen Fertigungstiefe bei Phoenix. Von der Konstruktion bis zur Logistik wird alles in eigener Regie gemacht. Ja sogar die Schrauben für die Klemmen werden selbst gefertigt. Nur Kupfer und Kunststoffe werden zugekauft. Der erste Fachvortrag beschäftigte sich mit dem einzigartigen Reihenklemmensystem „Clipline“. Mittlerweile 3000 Varianten umfasst das Kernprogramm. Für die Anwendung im Schienenfahrzeugbereich sind alle Klemmentypen des Clipline complete systems nach der Norm für Bahnanwendungen geprüft um z.B. den erhöhten Vibrationen standzuhalten. Interessant war die Vorstellung der zur Clipline Reihe gehörende Quickon Klemme. Für Leiter von 0,25 bis 2,5 mm2 entfällt das Abisolieren und das Aufbringen von Spleißschutz. Die Leitungen werden nur noch abgelängt und in die Klemme gesteckt.
Neben der Klemmtechnik hat PHOENIX CONTACT weitere Produkte für die Elektrotechnik auf den Markt gebracht. Zum Beispiel „Nano Line“ – die kompakte Steuerungsplattform für Kleinanwendungen. Einfache Steuerungsaufgaben, die sich leicht programmieren lassen, und bis zu 24 Einund 16 Ausgänge in fünf Basisvarianten mit unterschiedliche Versorgungsspannungen, lassen sich damit realisieren. Industrielle Stromversorgungen verschiedener Klassen zum Beispiel mit SFB Technologie. Dabei werden fehlerhafte Stromkreise selektiv abgeschaltet, der Fehler eingegrenzt und andere Anlagenteile bleiben in Betrieb.
PSI Modem Line. Über diese Modem Reihe ist es möglich per Telefon, GSM/GPRS-Mobilfunknetz, WLAN oder Internet auf Anlagen zuzugreifen. Ferndiagnosen oder Anlagenprogrammierungen werden dadurch sehr einfach z.B. über das Internet gemacht. Eine wesentliche Sparte im Hause PHOENIX CONTACT bildet der Überspannungsschutz der unter dem Namen Trabtech angeboten wird. Wie Herr Baumann ausführte, sind diese Produkte immer auf dem neusten Stand.
Das wird durch das eigene Testlabor erreicht in dem diese Produkte immer wieder auf Qualität geprüft werden, aber auch weiterentwickelt werden. Beim Rundgang über das Firmengelände wurde dieses Testlabor den Fachtagungsteilnehmern vorgestellt. Gezeigt wurde in diesem Labor unter anderem, welche Auswirkungen Blitzeinschläge in ungeschützten Anlagen haben und wie der Überspannungsschutz bei einem Blitzschlag funktioniert. Herr Baumann wies darauf hin, dass nicht immer der direkte Blitzeinschlag Schäden in der Elektrik im Haus verursacht, sondern die Streuung des Blitzes der in einiger Entfernung eingeschlagen ist. So ist es durchaus sinnvoll über einen solchen Überspannungsschutz auch in den eigenen vier Wänden nachzudenken. Des weiteren verfügt PHOENIX CONTACT über ein unabhängiges, akkreditiertes Testlabor. Herr Zander, der uns dieses Testlabor vorstellte, erklärte, dass dieses Labor ausgerüstet ist um z.B. EMV Prüfanforderungen für den Bahnbereich umzusetzen.
Angeboten werden auch EMV Prüfungen vor Ort. Zu diesem Zweck verfügt das EMV Team über mobiles Messequipment, das alle relevanten EMV Phänomene von Anlagen und Systemen am Einsatzort aufnehmen oder simulieren kann. Zur weiteren Ausrüstung des Testlab Labors gehören verschiedene Schwingungsanlagen, Klimakammern, Schadgaskammern und ein Glühdrahtprüfgerät das zur Ermittlung der Entflammbarkeit von Endprodukten dient. Das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Angebot des Testlab Labors. Genauere Informationen sind in einer Info Mappe zu finden oder im Internet unter www.phoenix-testlab.de.
Abschließend kann man sagen, dass auch diese Veranstaltung sehr informativ war. Einige neue Produkte wurden vorgestellt, die vor allem auch den Bahnbereich betreffen. So war man erstaunt, dass PHOENIX CONTACT stellte sich den Tagungsteilnehmern als ein innovatives und zukunftweisendes Unternehmen vor, dass in seinem Produktportfolio weit mehr als nur die bekannte Reihenklemme zu bieten hat.
