Fachtagung mit Glasurit / BASF Coatings Services GmbH bei der DSW 21 in Dortmund

 

 

Glasurit – ein Name der einem sofort in den Sinn kommt wenn es um Lacke und Farben geht. Egal ob die Lackierung im privaten Bereich oder die Lackierung im  industriellen Bereich stattfindet, gerne greift man zu den Produkten mit dem farbigen Papagei. Hauptsächlich hängt das mit der jahrzehntelangen Erfahrung und der daraus resultierenden Qualität der Produkte zusammen. Diesen Stellenwert am Markt hat sich Glasurit durch intensive Forschung und Entwicklung erarbeitet.

 

Nahverkehr und Glasurit

Eine Verbindung die, wie die Firmengeschichte zeigt, schon recht früh begonnen hat. Wie kam es dazu? Im Jahre 1888 gründete  Max Winkelmann in Hamburg ein Handelsgeschäft für Farben und Lacke. 1893 beginnt dann mit einem Farbton der große Erfolg – „Weiß“. „M.Winkelmanns Chinalack - Kristall Weiß“ war das Produkt, dass inzwischen in der eigenen Lackfabrik in Hamburg hergestellt wurde und dessen Hauptabnehmer zunächst die großen Werften waren, die diese Weißlackemaille für die Lackierung von Linienschiffen benötigten.

 

In dieser Zeit entstand dann auch der Firmenname „Glasurit“ mit dem Chinesenkopf als geschütztes Markensymbol. Dieser Name soll den harten, glasurartigen Überzug der Lacke betonen. Die Qualität der Lacke ist so gut, dass sich die Hamburger Straßenbahn endschließt, ihre Fahrzeuge mit Farben von Glasurit zu lackieren. Der Grundstein zwischen Glasurit und dem Nahverkehr war gelegt.

 

 In den weiteren Jahrzehnten wurde dann die Produktpallette erweitert. Der farbige Papagei löste den Chinesenkopf nach und nach als Markenzeichen ab. Nach dem zweiten Weltkrieg wird die Autoindustrie für Glasurit immer wichtiger um weiter auf der Erfolgspur zu bleiben. 1965 erwirbt die BASF Ludwigshafen Glasurit. Die BASF Coatings AG ist heute für die Herstellung und den weltweiten Vertrieb der Lacke verantwortlich.

 

Die Fachtagung

Am 28.02.2008 folgten 21 Mitarbeiter, die für die Instandhaltung und Lackierung von Fahrzeugen des ÖPNV zuständig sind, aus 12 Nahverkehrsunternehmen der Einladung durch Glasurit und kamen zur DSW 21 nach Dortmund, die freundlicherweise die Örtlichkeiten für diese Fachtagung zur Verfügung stellte.

 

Die Fachtagung wurde durch Herrn Marko Brüssow (Verkaufsleiter NFZ BASF Coatings Services) und Werner Strauch (FVM) eröffnet. Das Programm bestand aus folgenden Komponenten:

 

            Unternehmenspräsentation der Firma Glasurit

 

            Fachbeitrag BASF / Glasurit in Theorie & Praxis

           

            Theorie:

Vorstellung der neuen Glasurit Produkte

 

Praxiseinsatz:

Schnelle Reparatur mit Reihe 68 + Poliersystem

Vorstellung Ratio-Truck Füller, weiß 284-25 in Verbindung mit

    Reihe 68 ( Farbtöne mit eingeschränkter Deckfähigkeit)

Reihe 90 CV (Wasserbasislack) + 2K-VOC Klarlack 924-68

 

Vorstellung neuer Glasurit Produkte

Zunächst wurde die Reihe 68 in Verbindung mit dem Mehrfarbenzusatz 568-17 vorgestellt. Insbesondere ging Herr Brüssow auf die Arbeitsverfahren für die Reihe 68 ein und zeigte, dass es zwei Möglichkeiten gibt diese Reihe zu lackieren.

 

Standard Applikation Reihe 68 (Bahn für Bahn!)

½ Spritzgang vorgelegt

Sofort mit dem ersten Spritzgang fertig lackieren

 

Applikation mit Zwischenbahn

Erste Bahn dünn vorlackieren

Zweite Bahn dünn vorlackieren

Erste Bahn fertig lackieren usw.

 

Anschließend wurde der Ratio Truck Füller 284-25 weiß vorgestellt. Hierbei wurden besonders folgende Aspekte dargestellt:“Was war die Zielsetzung bei der Entwicklung dieses Füllers und wurden diese Ziele erreicht“.

Zur Zielsetzung:

Für die Lackierung von optisch anspruchsvollen Fahrzeugen ist ein Füller

erforderlich. Er soll im Naß-in-Naß-Verfahren eingesetzt werden –bei Bedarf schleifbarsein.

Für die Umlackierung wird ein Füller mit besonderen Haftungseigenschaften benötigt.

Die Verarbeitung erfolgt mit allen im Markt verfügbaren Spritzgeräten.

Die Produkte müssen den gesetzlichen Anforderungen in punkto Umwelt und Gesundheitsschutz entsprechen.

Der Füller sollte leichter ein färbbar sein.

Teilweise werden bei Reihe 90 Graustufen als Grundton verlangt.

Durch einen eingefärbten Füller kann die Effizienz des Decklackes gesteigert werden

Für verschiedene Decklacke ist ein Grundfarbton

(RAL 9010) vorgegeben.

 

Diese  Ziele wurden erreicht:

Vorteile von 284-25 gegenüber 284-20:

Die generellen Produkteigenschaften von 284 –20 sind bestehen geblieben:

Natürlich auch VOC konform

Nass in Nass bearbeitbar oder schleifbar–Elastifizierbar

Sehr gute Haftungs-und Fülleigenschaften

Guter Decklackstand

Der Füller ist leichter ein färbbar.

Grau Abstufungen können erstellt werden.

Das Optische Deckvermögen der Reihe 68 konnte verbessert werden

Der Farbton ist ca. RAL 9010, dadurch entfällt der erste Spritzgang Reihe 68 als weißer Vorlack

 

 

Jeder der lackiert weiß, dass es von großem Vorteil wäre, wenn die Grundierung den gleichen oder wenigstens annähernd den gleichen Farbton hätte. Man hätte durch reduzierte Arbeitsvorgänge weniger Zeitaufwand beim lackieren und dadurch auch eine schnellere Verfügbarkeit der Fahrzeugflotte. Dabei darf es aber nicht zu Qualitätsverlusten kommen.

Um dies zu erreichen wäre eine Möglichkeit, Füller in den unterschiedlichsten Farbtönen herzustellen. Das wäre sehr Aufwendig, da es für jede Farbvariante auch eine helle und eine dunkle Version geben müsste. Vor allem würde es aber die Lagerkapazitäten in den Unternehmen sprengen. Es müsste ein Produkt geben das man mit dem Füller mischen kann um in etwa die Farbtöne des Decklackes zu bekommen.

 

Das war auch der Grundgedanke von Glasurit bei der Entwicklung der Tönpaste 568-408.

Auch hier wieder folgende Zielsetzung:

Es sollten verschieden Helligkeitsabstufungen erzielt werden können

Die Handhabung sollte so einfach wie möglich sein

Die Haftungs-und Korrosionsschutzeigenschaften dürfen nicht verschlechtert werden

Das Produkt sollte in möglichst allen Glasurit Grundfüllern und Füllern eingesetzt werden können

 

Gemäß der Zielsetzung wurde für das Produkt 568-408 folgendes erreicht:

Bis auf die säurehärtenden Grundierungen ist die Paste in allen Produkten einsetzbar

Die generellen Produkteigenschaften der angegebenen Füller werden nicht verschlechtert.

Die Mischung bleibt VOC konform

Die Helligkeit kann angepasst werden

 

Das Thema Wasserlack darf auf einer Fachtagung mit Glasurit nicht fehlen. Gerade bei dieser Lackierung schreitet die Entwicklung immer weiter voran. Mit der Reihe 90 von Glasurit werden dem Lackierer schon heute Arbeitsmittel in die Hand gegeben die eine hohe Qualität für das Endergebnis garantieren. Die CV Komponenten der Reihe bestehen aus Mischlack 90M4CV, den Basisfarben 90-M/A und dem Einstellzusatz 93-CV E3.Hierbei bleibt zu erwähnen, dass die R90 Basisfarben ca. 4 mal höher pigmentiert sind als andere Basisfarben. Außerdem ist dieser Basislack ca. 6 Monate Lagerstabil.

 

Praxisteil

Diese Fachtagung bestand, wie aus der Einladung ersichtlich, aus einem ausgedehnten Praxisteil. Durch die Herren Patrick Geißler und Michael Blumberg (beide Vorführmeister der BASF Coatings Services) bekamen die Kollegen einige Tipps und Tricks für den täglichen Umgang mit den Glasurit Produkten. So wurde z.B. an einem weißen Stadtbahnwagen der DSW21 eine Reparatur anhand der 68 Reihe und einem Poliersystem gezeigt. Alle Anwesenden waren erstaunt, dass in der relativ kurzen Zeit ein so gutes Ergebnis zustande kam. Eine weitere Vorführung war die Lackierung mit der 90er Reihe. Den Teilnehmern wurde erläutert, was beim lackieren von „Wasserlacken“ zu beachten ist. Hier wurde erklärt, dass zum einen die Einstellung und die richtige Vorbereitung der Spritzpistole für ein gutes Ergebnis ausschlaggebend sind. Zum anderen ist aber auch die Richtung des Spritzens und der richtige Abstand der Spritzpistole zum Objekt für die Qualität der Lackierung wichtig. Abschließend wurde den Teilnehmern die Endbehandlung der mit „Wasserlack“ lackierten Fläche mit 2K-VOC Klarlack 924-68 gezeigt.

Die häufigen Fragen der Kollegen und die kompetente Beantwortung der Fragen durch die Mitarbeiter von BASF Coatings Services zeigen, dass durch solche Fachtagungen die Kollegen auf den neuesten Stand, bezüglich neuer Produkte am Markt aber auch neuer Produkte in Bezug auf die Verarbeitung, gebracht werden.

 

Den Abschluss der Fachtagung bildete ein Fachvortrag von Herrn Brüssow über die verschiedenen Kunststoffe und deren Lackierung mit Glasurit Produkten. Erwähnt wurde an dieser Stelle auch, dass die Decklacke von Glasurit alle Ende des Jahres 2007 auf Bleifreie Mischformeln umgestellt wurden und nur auf besonderen Wunsch Bleihaltige Ausmischungen hergestellt werden. Bei den Grundierungen im PKW Bereich sollen alle Schwermetalle in den Produkten ersetzt werden. Im Nutzfahrzeugbereich sind die Schwermetalle weiterhin, aufgrund der höheren Anforderungen, einsetzbar. Dies bleibt auch vorerst Stand der Technik. Geplant ist die Markteinführung einer wässrigen Grundierung die bereits bei großen Industriekunden im Einsatz ist. Diese wird laut Glasurit weiß sein, wird sich leicht und sicher verarbeiten lassen, die Verarbeitung wird mit allen Spritzgeräten möglich sein, wird einen guten Decklackstand und hervorragende Korrosionseigenschaften haben.

 

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an die Mitarbeiter von BASF Coatings Services, insbesondere an Herrn Brüssow und Herrn Kluß und an die Kollegen der DSW21, die diese informationsreiche Fachtagung ausgerichtet haben.