13. Fachtagung bei der Firma 3M in Neuss am 21.10.2008
Teilnehmer: 34 Kollegen
Nach dem die Tagungsteilnehmer durch Helmut Palmen und Herrn Alfred Boekholt begrüßt wurden, stellte Herr Kremer den Meisterkollegen, im Verlauf eines Rundganges durch eine Ausstellung im Eingangsbereich der Hauptverwaltung, die Firma 3M vor und gab einen Überblick über das umfangreiche Produktuniversum.
3M steht für Minnesota Mining & Manufacturing und wurde 1902 in den USA gegründet. Der ursprüngliche Unternehmenszweck war der Abbau von Korund für die Sandpapierherstellung. Hauptsitz des Unternehmens, mit der offiziellen Bezeichnung 3M Company, ist in St. Paul / USA und hat weltweit Niederlassungen in über 60 weiteren Ländern. Der Konzern ist in die folgenden Geschäftsbereiche unterteilt: Display und Grafik, Elektrik und Kommunikation, Endverbraucher und Büro, Sicherheit und Schutzfunktionen, Gesundheitswesen, Transport und Industrie. Grundlage für den Erfolg des Unternehmens ist die besondere Innovationskultur. Fast jeder elfte der rund 75.000 Mitarbeiter ist in der Forschung oder Entwicklung tätig. Das Fundament des Know-hows bilden mehr als 40 Technologie-Plattformen. Über eine Milliarde US-Dollar werden jährlich allein für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Dies alles sorgt dafür, dass in jedem Jahr eine Vielzahl neuer 3M Produkte auf den Markt kommt. Das Produktuniversum umfasst mittlerweile mehrere zehntausend verschiedene Produkte für Automobil, Marine und Luftfahrt, Bau und Gebäudemanagement, Büro und Kommunikation, Elektrik und Elektronik, Haushalt und Freizeit, Industrie und Handwerk, Medizin und Gesundheit, Sicherheit: Arbeit, Personen und Verkehr, Telekommunikation & Versorgungsbetriebe, Werbung und Design.
3M in Deutschland
In Deutschland sind unter der 3M German Holdings GmbH vier operativ tätige Unternehmen zusammengefasst. Die 3M Deutschland GmbH, die Quante AG, die 3M ESPE AG und die 3M Unitek GmbH haben deutschlandweit etwa 4.700 Mitarbeiter. Umsatzstärkstes Unternehmen ist die 3M Deutschland GmbH, Neuss, mit den Werken in Hilden und Kamen, einer Zweigniederlassung 3M Medica und dem Customer Technical Center in Neuss, sowie einem europäischen Distributions-Zentrum in Jüchen. Mehr als 2000 Dentalprodukte für die Zahnmedizin und Zahntechnik stellt die in Seefeld bei München ansässige 3M ESPE AG her. Durch den Einsatz von 3M Technologien in den verschiedenen Bereichen wie Schleifmittel, Adhäsiven und Keramikprodukten nimmt die 3M ESPE AG eine Spitzenposition bei der Entwicklung innovativer Dentalprodukte ein. Ebenfalls in Seefeld hat die 3M Unitek GmbH ihren Sitz. Sie vertreibt kieferorthopädische Produkte und entsprechendes Zubehör.
Wer irgendwo auf der Welt ein Katalysator-Fahrzeug von Ford, VW oder Opel fährt, kann davon ausgehen, dass ein 3M Material bei der Abgasreinigung eingesetzt wird. Wo Mütter oder Väter ihre Babys mit Patent-Höschen-Windeln wickeln, sorgt oft ein 3M Verschluss für die gewünschte Sicherheit. In Büro und Verwaltung kommt niemand mehr ohne Post-it Haftnotizen aus. Im Haushalt helfen Scotch-Brite Produkte von 3M, und Verkehrszeichen sowie Nummernschilder reflektieren bei Nacht dank 3M Scotchlite Reflexfolien. Weltweit sind Bildschirme von Laptop-Computern aufgrund des Brightness Enhancement Films von 3M heller und damit leichter ablesbar. Mediziner schließlich behandeln Krankheiten mit 3M Produkten, und auch im Umweltschutz finden Technologien von 3M Anwendung. 3M hat das Ziel, für seine Kunden in aller Welt neue, intelligente Problemlösungen für die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereiche zu entwickeln.
Im Anschluss an die Aufteilung der Tagungsteilnehmer in vier Gruppen konnten sich diese anhand von praktischen Vorführungen und interessanten Workshops einen allgemeinen Überblick über die 3M-Lösungen für ÖPNV-Fahrzeuge und Werkstätten verschaffen.
Kleben ist Zukunft
In der modernen Fertigung in Industrie und Handwerk gewinnt die Klebetechnik immer mehr an Bedeutung. Bei vielen innovativen Konstruktionen mit Werkstoff-Kombinationen aus Kunststoffen, Metallen, Faserverbundstoffen, Keramik oder Glas ist Kleben in vielen Fällen die einzige mögliche Fügemethode. Die Klebetechnik wird in einer Vielzahl von Anwendungen, vom Haften oder Fixieren bis hin zu kraftübertragenden Verbindungen eingesetzt. Die gute Zusammenarbeit der Firma 3M mit ihren Kunden hat zur Entwicklung einer breiten Produktpalette an innovativen Klebstoffen und Dichtmassen geführt. Bei der praktischen Vorführung von Klebstoff- und Dichtmassensystemen für kleine und mittlere Anwendungen konnten sich die Meisterkollegen vom erfolgreichen Einsatz dieser 3M-Produkte selbst überzeugen.
Lackverarbeitung und Behandelung von Lackoberflächen
Um den Gebrauch von traditionellen Mischbechern und Papierfiltern zu vermeiden, hat die Firma 3M ein Einweg-Lackier-System entwickelt, das die Effizienz beim Lackieren steigert. Dieses Lackverarbeitungs-System entspricht allen Lackieranforderungen in den Bereichen Füller, Basislack und Klarlack sowohl bei kleinen als auch bei großen Reparaturen. Durch die Benutzung von nur einem Becher zum Anmischen und Verarbeiten sowie das schnelle und einfache reinigen der Lackierpistole mit einer Reinigungsflüssigkeit, kann der Einsatz von Lösungsmitteln um bis zu 70 % reduziert werden. Das geschlossene System mit eingebautem Filter garantiert keine Verunreinigungen mehr durch Stoffe von außen. Der Lack kann in jeder Position und aus jedem Winkel, auch an schwer zugänglichen Stellen wie z.B. Radkästen, verarbeitet werden. Selbstverständlich kann auch der neu entwickelte 3M- Korrosionsschutz bzw. die Oberflächenbeschichtung mit diesem System aufgetragen werden.
Aber nicht nur für die Neugestaltung von Oberflächen sondern auch die Ausbesserung von kleinen Lackschäden wurde den Teilnehmern eindrucksvoll vorgeführt. Auch hier bietet die Firma 3M eine Vielzahl an Produkten von Schleifmitteln über Polierscheiben und -tücher bis hin zu Schleifpasten, Polierschaum und Hochleistungswachs.
Folienlösungen und Technologien
Folien von 3M lassen Oberflächen nicht nur in neuem Glanz erscheinen sondern schützen auch Fahrzeugoberflächen, Einrichtungen und Glasoberflächen vor Vandalismusschäden. Neben Farbfolien für Schneideplotter und Folien für Sieb- und Digitaldruck, werden auch Folientechniken für die Ganzverklebung von Fahrzeugen als Alternative für eine zeit- und kostenintensive Neu- bzw. Umlackierung angeboten, die auch unter extremen Witterungsbedingungen dauerhaft eine gute Qualität der Außendarstellung sichert. Einen effektiven Schutz gegen Kratzspuren auf Fenstern und Lack, sowie Graffitis auf Innen und Außenflächen bieten die 3M Anti-Graffiti und Kratz-Schutzfolien. Diese werden auf den gefährdeten Bereichen verklebt und ermöglichen es, Graffitis mit Hilfe eines abgestimmten Reinigungssystems leicht zu entfernen bzw. Kratzspuren durch die austauschbare Folie zu beseitigen. Davon, das es möglich ist durch den Einsatz solcher Folien den Fahrgästen eine saubere und ansprechende Umgebung zu bieten, konnten sich die Tagungsteilnehmer ebenfalls durch praktische Vorführungen selbst überzeugen.
Arbeits- und Personenschutz
Neben den klassischen Arbeits- und Personenschutz-Produkten wie Gehör-, Kopf-, Augen-, und Gesichtsschutz, Atemschutzmasken und Schutzanzügen gehört vor allem die Sicherheit und Sichtbarkeit von Personen bei schlechten Sichtverhältnissen zu den Innovationen der Firma 3M. Während die Retroreflexion bereits seit längerem in Schutz- und Berufsbekleidung zu finden war, wird diese auch im Alltag immer wichtiger. Nicht nur für jeden Verkehrsteilnehmer ist es lebenswichtig im Dunkeln rechtzeitig gesehen zu werden, auch in der Sport und Freizeitmode werden Reflexmaterialien zunehmend als attraktive Design-Elemente eingesetzt. Vor allem aber für die Mitarbeiter die im öffentlichen Straßenverkehr ihren Beruf ausüben müssen, spielt die Sicherheit bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter eine entscheidende Rolle. Hier bieten die Reflexmaterialien der Firma 3M die optimalen Voraussetzungen.
Im Anschluss an eine rege Abschlussdiskussion bedankte sich Helmut Palmen, im Namen aller Teilnehmer, bei den Herren Boekholt und Weißhaupt für die Ausrichtung einer wieder einmal hochinteressanten und kurzweiligen Fachtagung.
Uwe Pacynski, Rheinberg
